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Leitfaden für studentische Kunstwerke

Der Rufer

Name Klasse Datum

Egon Schiele, Der Rufer (1913). Gemeinfrei. Erleben Sie diese Leinwand unter bewegtem Licht: die Zeichnung, die wahre Farbe unter dem Firnis, das reine Pigment

Fakten auf einen Blick

Künstler
Egon Schiele topimpressionists.com/de/artists/egon-schiele_de/
Lebensdaten des Künstlers
1890 – 1918
Gemalt
1913
Medium
Aquarell
Originalgröße
48 x 31 cm
Jahr
1913
Künstlerischer Stil
Ausdrucksstark
Thema
Menschliche Figur
Titel
Rufer

Im Kontext

Der Rufer — Egon Schiele

Wie groß ist es?

Das Original hat die Maße 48 × 31 cm (Höhe × Breite), hier dargestellt neben einer erwachsenen Person von durchschnittlicher Größe.

Wann wurde dieses Werk gemalt?

  1. 1890
  2. 1900
  3. 1910

Obere Zeile: die Jahre. Untere Zeile: das Alter des Künstlers zu Beginn und am Ende jedes Zeitraums — 0 bei der Geburt, 28 beim Tod.

Gemalt, als der Künstler 23 war. Der Künstler wurde 28 alt. 178 der 327 datierten Werke dieses Künstlers in unserem Katalog entstanden früher.

Schattiert: das Lebenswerk von Egon Schiele (1890–1918) ▲ dieses Werk, 1913 jedes datierte Gemälde, Jahrzehnt für Jahrzehnt

Vergleichen mit

Wählen Sie eines der oben genannten Werke aus: Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und einen Unterschied.

Weitere Werke, die sich ideal als Ergänzung zu diesem Werk eignen: topimpressionists.com/de/art/similar/egon-schiele-der-rufer-8EWFR8-de/

Farben

Anhand des Bildes gemessen

    Hauptfarbe

    Phthalogrün #162130

    Katalogisierte Palette

    • #162130
    • #CAA568
    • #EFC16F
    • #75634C

    Diese Farben innerhalb der gesamten Palette des Künstlers Andere Gemälde nach Farbe finden

    Palette
    Erdig Die dominierende Farbgruppe im Bild.
    Bezeichnung der Hauptfarbe
    Phthalogrün
    Intensität
    Leuchtend Wie gesättigt und vielfältig die Farben sind – von einem einzelnen, dezenten Farbton bis hin zu einer Vielzahl leuchtender Töne.
    Kontrast
    Aussagekraft Wie stark sich die Farben in Helligkeit und Sättigung über das Bild hinweg unterscheiden.
    Harmonie
    Hohe farbliche Harmonie Wie gut die Farben zusammenwirken, von kontrastreich bis hin zu vollkommen harmonisch.
    Helligkeit
    Hell Wie hell oder dunkel das Bild insgesamt wirkt, von tiefen Schatten bis hin zu strahlenden Glanzpunkten.
    Sättigung
    Deutliche Farbsättigung Wie rein und kräftig die Farben sind, von fast Grau bis hin zu voll lebendig.

    Wo auf der Welt wird dieses Gemälde betrachtet?

    • unter 1%
    • 1–3%
    • 3–8%
    • 8–20%
    • 20% und mehr
    Dieses Gemälde allein weist zu wenige registrierte Besucher auf, um eine Karte zu erstellen, daher zeigt die Tafel alle Werke von Egon Schiele aus den letzten zwölf Monaten – insgesamt 68 Länder. Herkunft dieser Zahlen

    Die zehn führenden Länder

    1. 1 China 41,4%79.100 Besuche
    2. 2 Vereinigte Staaten von Amerika 7,3%13.900 Besuche
    3. 3 Hong Kong 6,1%11.700 Besuche
    4. 4 Singapur 5,1%9.700 Besuche
    5. 5 Italien 4,4%8.400 Besuche
    6. 6 Russland 3,6%6.800 Besuche
    7. 7 Spanien 3,3%6.400 Besuche
    8. 8 Frankreich 2,7%5.200 Besuche
    9. 9 Deutschland 2,4%4.500 Besuche
    10. 10 Litauen 2,1%4.100 Besuche
    11. · 58 weitere Länder 21,6%41.400 Besuche

    Finden Sie die drei dunkelsten Länder auf der Karte. Befindet sich das Museum, das dieses Gemälde beherbergt, in einem dieser Länder? Notieren Sie einen Grund, warum Menschen aus der Ferne es betrachten könnten.

    Die 20 meistgesehenen Werke von Egon Schiele

    1. 1 Die Selbstweiser II (Tod und Mann), 1911 5,9%15.700 Aufrufe
    2. 2 Die Familie, 1917 4,1%10.800 Aufrufe
    3. 3 Mutter mit zwei Kindern, 1917 3,3%8.700 Aufrufe
    4. 4 Porträt von Wally, 1912 2,4%6.500 Aufrufe
    5. 5 Hauswand am Fluss, 1915 1,8%4.800 Aufrufe
    6. 6 Vier Bäume, 1917 1,7%4.400 Aufrufe
    7. 7 Tod und die Weise, 1915 1,5%4.000 Aufrufe
    8. 8 Schwarzhaariges Mädchen mit angehobener Röte, 1911 1,5%4.000 Aufrufe
    9. 9 Gerti Schiele 1,3%3.500 Aufrufe
    10. 10 Moa, 1911 1,2%3.100 Aufrufe
    11. 11 Liebeshandlung, 1915 1,1%3.000 Aufrufe
    12. 12 Selbstporträt mit gelbem Veste, 1914 1,1%3.000 Aufrufe
    13. 13 Herbstbäume, 1911 1,1%2.900 Aufrufe
    14. 14 Zwei Frauen beim Umarmen, 1915 1,1%2.900 Aufrufe
    15. 15 Selbstporträt als Heiliger Sebastian (Poster), 1914 1,1%2.800 Aufrufe
    16. 16 Vorwärtsgehende Frau mit grünen Kopfschärfe, 1914 0,9%2.500 Aufrufe
    17. 17 Sonnenblume, 1909 0,9%2.400 Aufrufe
    18. 18 Selbstporträt, 1912 0,8%2.200 Aufrufe
    19. 19 Schiele's Raum in Neulengbach, 1911 0,8%2.200 Aufrufe
    20. 209 Der Rufer, 1913 dieses Gemälde 0,1%300 Aufrufe

    Zusammen machen diese Werke 33,7% der gesamten Aufmerksamkeit aus, die die Gemälde dieses Künstlers in den letzten zwölf Monaten erhalten haben. Der Katalog enthält 635 Werke dieses Künstlers, von denen 450 mindestens einmal betrachtet wurden. Dieses Gemälde belegt Platz 209 unter den Werken, mit 0,1% dieser Aufmerksamkeit (300 Besuche). Dies gilt Monat für Monat gleichermaßen

    Die Balken messen die Aufmerksamkeit, nicht die Qualität. Wählen Sie das Werk an der Spitze und dieses hier: Nennen Sie eine Sache, die ein Gemälde über seine handwerkliche Meisterschaft hinaus berühmt machen könnte.

    Über dieses Kunstwerk

    Der Rufer — Egon Schiele

    Anmerkungen zu diesem Werk

    Basierend auf veröffentlichten Quellen für diesen Leitfaden erstellt. Der Katalogeintrag selbst befindet sich im ersten Teil dieses Leitfadens.

    Abmessungen
    48 x 31 cm
    Besondere Elemente
    Behaarung, Anzug
    Bewegung
    Expressionismus
    Einflüsse
    Schiele
    Künstler
    Egon Schiele
    Ort
    Keine Angaben

    Das Geheimnisvolle "Rufer" – Ein Blick in die Seele eines Expressionisten

    Egon Schiele’s “Rufer” (The Rufer), painted in 1913, is not merely a portrait; it's an intensely personal and profoundly unsettling exploration of the human condition. This watercolor masterpiece, measuring 48 x 31 cm, immediately draws the viewer into a world of shadowed emotions and unspoken anxieties – a hallmark of Schiele’s distinctive Expressionist style. The painting depicts a man, cloaked in a somber black suit, standing rigidly in the center of the composition, his hands clasped before him as if in silent contemplation or perhaps desperate supplication. His downward gaze speaks volumes, hinting at a deep-seated melancholy and an awareness of mortality – themes that would become increasingly central to Schiele’s oeuvre.

    Schiele's choice of watercolor is particularly significant. The fluid washes and delicate layering create a sense of vulnerability and fragility within the figure. Unlike the bolder strokes often associated with his charcoal drawings, watercolor here softens the edges, emphasizing the subject’s exposed state – as if he were dissolving into the very paper beneath him. This technique perfectly mirrors the emotional intensity of the scene; it's not a forceful declaration but rather a whispered confession.

    Die Schatten der Vergangenheit und die Suche nach Sinn

    Born in Vienna in 1890, Egon Schiele’s life was tragically cut short at just 28 years old. His early experiences – the loss of his father to syphilis and later his sister – profoundly shaped his artistic vision. These personal traumas fueled a preoccupation with themes of death, illness, and the precariousness of existence, all powerfully conveyed in works like “Rufer.” The figure’s posture, the downward gaze, and the somber attire can be interpreted as symbolic representations of this ongoing struggle against despair.

    Interestingly, Schiele's fascination with trains, a recurring motif in his work, subtly manifests here. While not overtly depicted, the rigid stance and contained energy of the “Rufer” evoke the feeling of being trapped within a relentless journey – mirroring perhaps the inescapable nature of grief or the search for meaning amidst suffering.

    Expressionismus und die Technik Schiele’s

    “Rufer” is a quintessential example of Schiele's Expressionist style, characterized by distorted forms, exaggerated features, and an intense emotional palette. He eschewed academic realism in favor of conveying inner feelings rather than objective representation. The use of color is deliberately restrained – predominantly dark blues, greys, and blacks – creating a mood of quiet desperation. However, subtle hints of warmer tones peek through, suggesting a flicker of hope or perhaps simply the lingering warmth of memory.

    Schiele’s technique involved layering thin washes of watercolor, building up color gradually to achieve depth and luminosity. He employed a dry brush technique to create textural variations and emphasize certain areas of the painting, particularly the folds of the man's suit and the contours of his face. This meticulous attention to detail, combined with his expressive use of line, results in a remarkably dynamic and emotionally charged image.

    Ein Meisterwerk für Sammler und Liebhaber

    “Rufer” is more than just a painting; it’s an invitation into the soul of a tormented genius. WahooArt offers meticulously crafted hand-painted reproductions that faithfully capture the essence of this iconic work, allowing you to experience Schiele's profound vision in stunning detail. Whether you are an art collector seeking to expand your collection or an interior designer searching for a piece that evokes emotion and intrigue, a reproduction of “Rufer” is a valuable addition to any space. Consider it not just a decoration, but a window into the complexities of human experience – a testament to Egon Schiele’s enduring legacy.

    For further information about Egon Schiele and his artistic journey, we invite you to explore the resources available on AllPaintingsStore.com and delve deeper into the world of Expressionism.

    Künstler und Museen

    Künstler/in

    Egon Schiele

    Geboren in Wien, Österreich

    Das Leben von Egon Schiele

    Tulln in Niederösterreich bildet die Bühne für den Beginn des Lebens von Egon Schiele. Geboren am 12. Juni 1890, tritt er in eine Welt ein, die von den starren Strukturen des Österreich-Ungarischen Reiches geprägt ist. Sein Vater, Adolf Schiele, leitet den örtlichen Bahnhof als Stationsmeister der Österreichischen Bundesbahnen. Seine Mutter Marie ist unter ihrem Geburtsnamen Soukup bekannt. Innerhalb der Familie wächst Egon gemeinsam mit seinen drei Schwestern Elvira, Melanie und Gertrude auf.

    Die Stabilität dieses häuslichen Lebens zerbricht früh. Der Schatten einer Krankheit zieht durch das Haus und hinterlässt eine bleibende Spur in der Psyche des jungen Künstlers. Diese persönlichen Erschütterungen vergehen nicht einfach; sie nisten sich tief im Mark seines zukünftigen Schaffens ein. Er bewegt sich durch die Welt mit einer Sensibilität für die Sterblichkeit, die letztlich seinen Platz im österreichischen Expressionismus definieren wird. Seine Existenz wird zu einem Ringen darum, innere Spannungen auf die Oberfläche der Leinwand zu übertragen.

    Sein Weg führt ihn in das Zentrum einer sich wandelnden europäischen Landschaft. Er navigiert durch das Spannungsfeld zwischen traditionellen akademischen Erwartungen und dem aufkeimenden Bedürfnis nach roher, psychologischer Wahrheit. Das Leben von Egon Schiele ist eine Abfolge intensiver, oft unbequemer Konfrontationen mit der menschlichen Existenz. Er sucht nicht danach, die Welt so darzustellen, wie sie dem Auge erscheint, sondern so, wie sie im Nervensystem vibriert.

    Frühes Leben, Familie und Ausbildung

    Die Stabilität von Schieles Jugend zerbricht im Jahr 1904. Sein Vater, Adolf Schiele, ein Stationsmeister, erliegt der Syphilis. Diese Krankheit, die er während der Flitterwochen in Triest erworben hatte, hinterlässt die Familie in Armut und prägt die Psyche des jungen Künstlers durch den Schatten der geistigen Verwirrung und des Zorns seines Vaters. Egon wächst gemeinsam mit seinen drei Schwestern Elvira, Melanie und Gertrude unter der Obhut seines Onkels mütterlicherseits, Leopold Czihaczek, auf. Selbst in diesen turbulenten Jahren bleibt eine Faszination für Züge bestehen – ein Motiv, das später in seinem Werk wieder auftauchen wird.

    Die formale Ausbildung beginnt unter der Anleitung des Tutors Ludwig Karl Strauch. Im Jahr 1906 zieht Schiele nach Wien, um an der Akademie der bildenden Künste zu studieren. Die Atmosphäre dort ist starr und unnachgiebig. Er gerät zunehmend in Konflikt mit der ultra-konservativen Lehrmeinung von Professor Christian Griepenkerl. Die Reibungspunkte werden unerträglich. Nachdem er drei Jahre lang versucht hat, sich in diesen strengen akademischen Traditionen zu behaupten, bricht Schiele die Akademie schließlich ganz ab, um seinen eigenen, unabhängigen Weg zu finden.

    Ein entscheidender Wendepunkt tritt ein, als er Gustav Klimt begegnet. Der etablierte Künstler wird zu seinem Mentor, stellt dem jungen Maler Modelle zur Verfügung und führt ihn in die Kreise der Wiener Secession ein. Diese Verbindung markiert den Übergang von einem Schüler, der gegen die Tradition ankämpft, zu einer zentralen Figur der aufstrebenden Avantgarde.

    Künstlerische Entwicklung in Wien

    Wien wird zum Zentrum von Schieles kreativem Reibungspunkt. Er bewegt sich durch die künstlerischen Kreise der Stadt und begegnet schließlich Gustav Klimt. Diese Begegnung markiert eine entscheidende Wende in seinem Lebensweg. Während er den Einfluss seines Mentors in sich aufnimmt, repliziert Egon Schiele nicht einfach die dekorativen Muster der Secession. Stattdessen beginnt er, die Ornamentik schrittweise abzutragen. Er sucht nach einer tieferen, viszeralen Wahrheit. Bis 1909 fordert er die etablierte Ordnung aktiv heraus, indem er die Neue Wiener Kunstgruppe und die Neukunstgruppe mitbegründet. Diese Bewegungen signalisieren seinen radikalen Bruch mit der Tradition.

    Seine Präsenz in der Stadt ist geprägt von einer rastlosen Bewegung zwischen urbanen Zentren und stilleren Außenbezirken. Sein Schaffen erstreckt sich über Wien, Krems, Klosterneuburg, Neulengbach und Prag. Diese geografische Ausdehnung spiegelt eine psychologische Expansion wider. Seine Kunst entwickelt sich weg von den formalen Beschränkungen seiner frühen Ausbildung hin zu einer rohen, ungeschützten Erkundung der menschlichen Existenz. Die Spannung der Epoche wird in seinen sich ständig wandelnden Skizzen und Kompositionen deutlich sichtbar.

    Porträt von Leopold Czihaczek, 1907

    Porträt des Kunstkritikers Arthur Roessler, 1910

    Komposition mit drei männlichen Nackten, 1910

    Technik und expressionistischer Stil

    Die Linie ist der primäre Motor von Egon Schieles Vision. Sie umreißt nicht bloß eine Form; sie vibriert mit einer nervösen, rastlosen Energie. Er nutzt expressive Linien, um psychologische Spannungen zu kartografieren, was oft in verdrehten Posen und deformierten Körperformen resultiert. Die Figuren wirken gelängt, ihre Gliedmaßen über die natürlichen Proportionen hinaus gestreckt, um ein Gefühl des Unbehagens zu vermitteln. Dabei geht es nicht um das Streben nach anatomischer Perfektion, sondern um den Versuch, den inneren Zustand des Subjekts freizulegen. Die Hauttöne wirken oft ausgemergelt oder kränklich, was das Gefühl von Zerbrechlichkeit und physischer Verletzlichkeit unterstreicht.

    Sein technischer Ansatz variiert je nach Medium, doch die Intensität bleibt stets konstant. In seinen Aquarellen nutzt er lose Farbwashings, um Tiefe und Stimmung zu erzeugen, wobei er oft große Teile des Papiers unberührt lässt, um das Gefühl der Isolation zu verstärken. Bei der Arbeit mit Öl auf Leinwand trägt der Pinselstrich dieselbe zackige Dringlichkeit in sich, die man auch in seinen Zeichnungen findet. Jenseits der zweidimensionalen Ebene erkundete er die Form auch durch die Bildhauerei und arbeitete mit Ton und Gips, um das Gewicht der menschlichen Präsenz einzufangen.

    Selbstbildnis mit schwarzer Vase und gespreizten Fingern

    Tod und Mädchen

    Die Familie

    Zentrale Werke und Sujets

    Die Leinwand wird bei Egon Schiele zu einem Ort psychologischer Ausgrabungen. Mit unerschütterlicher Ehrlichkeit konfrontiert er die alles durchdringende Präsenz von Tod, Sexualität, Angst und Isolation. Im Jahr 1915 schuf er Tod und Mädchen, ein Werk, in dem die Unausweichlichkeit der Sterblichkeit mit dem Eros verschmilzt. Die Figuren verharren in einem Zustand höchster Spannung und spiegeln jene inneren Kämpfe wider, die seine gesamte künstlerische Vision definieren. Er kehrt immer wieder zur menschlichen Form zurück, um diese unsichtbaren Seelenzustände zu kartografieren, wobei er den Körper als Gefäß für die Komplexität der menschlichen Existenz nutzt.

    Die Selbstbildnisschilderung dient ihm als wiederkehrende Methode der Introspektion. Dabei strebt er keineswegs nach einem idealisierten oder geschönten Abbild, sondern sucht die Darstellung der Verletzlichkeit, wobei er sich oft in verdrehten oder hageren Posen zeigt. In seinem Selbstbildnis mit Physalis nutzt er die Pflanze der Physalis als wiederkehrendes Motiv. Die Pflanze mit ihrer zarten, papierartigen Hülle symbolisiert die Vergänglichkeit und die Zerbrechlichkeit des Lebens. Dieses botanische Element verankert seine tiefe Beschäftigung mit dem Verfall und der flüchtigen Natur des menschlichen Daseins.

    Auch seine intimsten Beziehungen finden Einzug in seine Kompositionen. Im Jahr 1915 malt er das Porträt von Edith Schiele und fängt seine Frau auf eine Weise ein, die seine ganz eigene, expressive Sprache widerspiegelt. Seine Motive sind selten statisch; sie pulsieren mit einer nervösen Energie, die die sich wandelnden sozialen und psychologischen Landschaften seiner Ära widerspiegelt. Die folgenden Werke markieren bedeutende Stationen in seiner Erforschung dieser Themen:

    Tod und Mädchen (1915)

    Selbstbildnis mit Physalis

    Porträt von Edith Schiele (1915)

    Späte Jahre und Tod

    Die Landschaft von Schieles Leben wandelt sich mit dem herannahenden Ersten Weltkrieg. Er heiratet Edith Harms, eine Verbindung, die einen bedeutenden persönlichen Wendepunkt markiert. Doch die Stabilität der Ehe wird schnell durch die Forderungen des Konflikts unterbrochen. Er wird zum Militärdienst eingezogen – eine Zeit, die ihn mitten in das Chaos der Kriegswirren wirft.

    Das Ende tritt mit einer plötzlichen, biologischen Heftigkeit ein. Im Jahr 1918 fegt die Spanische Grippe durch Wien. Das Virus fordert Egon Schiele im Alter von nur 28 Jahren. Er stirbt am 31. Oktober 1918. Sein Ableben erfolgt kurz nach dem Tod seiner Frau Edith, die derselben Krankheit erlag. Das Leben des Künstlers endet abrupt und hinterlässt ein Werk, das die Anspannung einer Welt im Zerfall in sich trägt.

    Vermächtnis und künstlerischer Einfluss

    Egon Schiele tritt aus dem frühen 20. Jahrhundert als eine führende Gestalt des österreichischen Expressionismus hervor. Sein Abkehren vom dekorativen Gold der Secession-Bewegung hin zu einer viszeralen, psychologischen Erkundung der menschlichen Form veränderte die Flugbahn der figurativen Malerei grundlegend. Er schälte die Oberfläche weg, um das Nervensystem freizulegen, und nutzte zackige, rastlose Linien, um das Zittern von Angst und Verlangen einzufangen. Dieser Fokus auf die innere Landschaft anstelle von idealisierter Schönheit etablierte ihn als einen bedeutenden figurativen Maler seiner Ära.

    Die Wirkung seines Werkes reicht weit über die Grenzen Wiens hinaus. Nachfolgende Generationen von Künstlern fanden in seiner radikalen Ehrlichkeit ein Vorbild, insbesondere jene, die sich von den dunkleren, komplexeren Schichten der menschlichen Psyche angezogen fühlten. Seine Fähigkeit, persönliches Trauma und existenzielle Spannung in eine universelle visuelle Sprache zu übersetzen, sichert seine Präsenz im Diskurs der modernen Kunst. Heute befinden sich seine Gemälde in bedeutenden Museumssammlungen weltweit, bewahrt als wesentliche Zeugnisse der psychologischen Umbrüche seiner Zeit.

    Self-Portrait with Physalis

    Couple Embracing

    Field Landscape (Kreuzberg near Krumau)

    Death and the Maiden

    Wo man seine Werke heute erleben kann

    Das gewaltige Erbe von Egon Schiele ist in Wien am intensivsten spürbar. Das Leopold Museum beherbergt eine enorme Konzentration seiner Schaffen und bewahrt die rohe, ungefilterte Energie seiner Skizzen und Gemälde. In unmittelbarer Nähe dazu findet man in der Österreichischen Galerie Belvedere bedeutende Leinwände, darunter das eindringliche Werk Tod und Mädchen (1915). Auch die restliche institutionelle Landschaft der Stadt hütet sein Vermächtnis: Sowohl das Kunsthistorisches Museum als auch die Albertina bewahren wesentliche Meilensteine seines Œuvres.

    Jenseits der österreichischen Hauptstadt bietet das Egon Schiele Art Centrum in Český Krumlov in der Tschechischen Republik einen ganz eigenen, dem Künstler gewidmeten Raum. Dieses Museum zeichnet seine künstlerische Evolution durch eine ständige Sammlung nach, die neben Aquarellen auch Tuschezeichnungen umfasst. In dieser besonderen Atmosphäre können Besucher die spezifische, fast nervöse Intensität seiner Linienführung unmittelbar nachvollziehen, wobei der Fokus ganz auf der Entfaltung seines ausdrucksstarken Stils liegt.

    Tod und Mädchen (1915)

    Selbstbildnis mit Physalis

    Umarmendes Paar

    Die Familie

    Weiterführende Informationen finden Sie hier

    Online abrufbar

    QR-Code mit Link zur Download-Seite für Der Rufer

    topimpressionists.com/de/art/download/egon-schiele-der-rufer-8EWFR8-de/

    Zitierhinweis für dieses Kunstwerk

    MLA
    Schiele, Egon. Der Rufer. 1913, https://topimpressionists.com/de/art/egon-schiele-der-rufer-8EWFR8-de/
    APA
    Schiele, Egon (1913). Der Rufer [Painting]. https://topimpressionists.com/de/art/egon-schiele-der-rufer-8EWFR8-de/
    Chicago
    Egon Schiele. Der Rufer. 1913. https://topimpressionists.com/de/art/egon-schiele-der-rufer-8EWFR8-de/
    Harvard
    Schiele, Egon (1913) Der Rufer. Available at: https://topimpressionists.com/de/art/egon-schiele-der-rufer-8EWFR8-de/

    Genau hinsehen

    Der Rufer — Egon Schiele

    Genau hinsehen

    Antworten Sie in Ihren eigenen Worten. Es gibt hier keine falschen Antworten – nur Antworten, die Sie begründen können.

    1. Was fällt Ihnen als Erstes ins Auge und warum?
    2. Welche Farben oder Formen erzeugen die Stimmung – und wie lässt sich diese beschreiben?
    3. Unser Katalog ordnet dieses Werk unter folgenden Schlagworten ein: egon schiele, expressionism, man. Stimmen Sie dem zu? Was würden Sie hinzufügen oder weglassen?
    4. Werfen Sie einen Blick zurück auf Die Selbstweiser II (Tod und Mann) (1911), weiter oben in diesem Leitfaden. Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und eine Besonderheit.
    5. Egon Schiele war etwa 23 Jahre alt, als dieses Werk entstand. Welche Details lassen auf die Handschrift eines Künstlers in dieser Lebensphase schließen?

    Ihre Antwort

    Verfassen Sie einen kurzen Text über dieses Kunstwerk. Nutzen Sie dazu die Informationen aus den vorherigen Abschnitten dieser Anleitung sowie Ihre oben stehenden Antworten.

    Kunst-Quiz

    Der Rufer — Egon Schiele

    Wie gut kennen Sie dieses Kunstwerk?

    Wählen Sie jeweils eine Antwort für jede der 5 unten stehenden Fragen aus. Jede Frage hat genau eine richtige Antwort.

    1. 1. Welcher künstlerische Stil ist durch das Gemälde "Rufer" von Egon Schiele geprägt?

      • A Impressionismus
      • B Expressionismus
      • C Kubismus
    2. 2. In welchem Jahr wurde das Gemälde "Rufer" von Egon Schiele geschaffen?

      • A 1903
      • B 1913
      • C 1928
    3. 3. Welche Technik wird in "Rufer" hauptsächlich verwendet?

      • A Ölfarbe auf Leinwand
      • B Pastellfarben
      • C Wasserfarben
    4. 4. Welche Emotionen oder Themen werden durch die Darstellung des Mannes in "Rufer" vermittelt?

      • A Freude und Optimismus
      • B Verzweiflung, Melancholie und das Interesse am Tod
      • C Gesellschaftlicher Aufbruch und Fortschritt
    5. 5. Welche Aussage über Egon Schiele ist korrekt?

      • A Er war hauptsächlich bekannt für seine Porträts von Adligen.
      • B Sein Werk zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und der menschlichen Psyche aus.
      • C Er konzentrierte sich ausschließlich auf Landschaften.

    Mein Ergebnis: ____ von 5

    Lösungsschlüssel — für die Lehrkraft

    Dies beginnt eine neue Druckseite und kann daher bei den Kopien einfach weggelassen werden.

    1B · 2B · 3C · 4B · 5B

    Überprüfen Sie jede Antwort mit dem Katalogeintrag für dieses Gemälde

    Fragen & Antworten

    Ist "Der Rufer" gemeinfrei?

    "Der Rufer" von Egon Schiele ist gemeinfrei – das Urheberrecht ist abgelaufen. Dieser Status bestimmt, wie das Bild des Werkes vervielfältigt werden darf.

    Kann ich "Der Rufer" genauer untersuchen?

    Die Röntgenblick-Seite von "Der Rufer" von Egon Schiele ist ein interaktiver Viewer, der es Ihnen ermöglicht, durch elf optische Schichten des Kunstwerks zu gleiten, einschließlich einer Ansicht im Röntgenstil.

    Woher kommen die Besucher von "Der Rufer" von Egon Schiele?

    Auf der Besucherzahlen-Seite des Kunstwerks finden Sie Statistiken zu "Der Rufer" von Egon Schiele: monatliche Aufrufe des Kunstwerks, Aufrufe der Werke des Künstlers sowie eine Aufschlüsselung der jüngsten Besucher nach Land und Sprache.