Künstler/in
Geboren in Wersna, Serbien
Die Abstammung eines Malers
Geboren im Jahr 1906 in Vrbas, Serbien, trat Bela Pehan in eine Welt ein, in der die Kunst eine familiäre Sprache war. Sein Vater, Jožef Pehan, war ein angesehener Maler in Vrbas und schuf so eine häusliche Landschaft, die von Farbe und Form geprägt war. Während sich seine frühen akademischen Bestrebungen in Wien eher der Medizin zuwandten, erwies sich die Anziehungskraft des Berufs seines Vaters als stärker. Schließlich tauschte er das Stethoskop gegen den Pinsel ein und schrieb sich an der Akademie in München ein, wo er sein Studium im Jahr 1930 abschloss.
Seine frühe Karriere war geprägt von einer stillen, beharrlichen Präsenz in den Kunstkreisen der Vojvodina. Schon als Junge wurde er 1913 von seinem Vater in die Welt der öffentlichen Ausstellungen eingeführt. Zu der Zeit, als er bereits ein Student war, stellte er 1928 schon gemeinsam mit den „Unabhängigen Künstlern der Vojvodina“ aus. Sein technisches Spektrum war breit gefächert und reichte weit über die Leinwand hinaus: Es umfasste angewandte Grafik, Karikaturen, Skizzen und Bühnenbilder für das Amateurtheater in Vrbas.
Ein Leben in Farbe und Pädagogik
Pehans Berufsleben war zwischen dem Atelier und dem Klassenzimmer aufgeteilt. Als engagierter Pädagoge wirkte er als Professor am „Zarko Zrenjanin“ Gymnasium in Vrbas. Diese duale Existenz als Schöpfer und Lehrer ermöglichte es ihm, die lokale Kunstlandschaft über Jahrzehnte hinweg zu beeinflussen. Sein Werk war dabei nicht auf eine einzige Geografie beschränkt; er präsentierte seine Visionen in Stuttgart, Deutschland, sowie in ganz Ungarn und in den verschiedenen Städten der Vojvodina.
Seine künstlerische Entwicklung durchlief deutliche Phasen, insbesondere nach seiner Beteiligung an den Kunstkolonien in Bečej im Jahr 1955. Diese Periode war durch eine spezifische Konzentration auf Variationen des Themas Vrbas gekennzeichnet. Seine Verdienste um die Gemeinschaft wurden durch mehrere Auszeichnungen gewürdigt, darunter:
Der „Oktober-Preis“ im Jahr 1972
Der Kunstsalon-Preis des Kulturhauses in Vrbas
Die Mitgliedschaft im Verband der Bildenden Künstler der Vojvodina seit 1968
Die letzten Jahre in Vrbas
Das Atelier von Bela Pehan blieb eine feste Größe der Stadt, gelegen in der Iva Lolor Ribar Straße 34. Hier verfeinerte er sein Handwerk bis zu seinem Tod im Jahr 1986. Er hinterließ ein Werk, das die sich wandelnden Realitäten seiner Region widerspiegelte – ein Weg, der von der akademischen Strenge seiner Münchner Ausbildung hin zu einer lokaleren, thematischen Erkundung seiner Heimat führte. Er bleibt eine bedeutende Figur in der Geschichte der serbischen akademischen Malerei, ein Mann, der die Disziplin des Professors mit dem rastlosen Auge des Beobachters in Einklang brachte.
Museum
Ausgestellt in Serbia
Ursprung und Geschichte des Museums
Das Museum von Vrbas ist als integraler Bestandteil des Kulturzentrums Vrbas tätig. Seine institutionellen Wurzeln reichen bis in das Jahr 1969 zurück, als die Sammlung des Museums erstmals als Heimatkollektion ins Leben gerufen wurde. Im Anschluss an diese Gründung war die Institution ab 1971 im Haus der Kultur angesiedelt.
Die heutige Form des Museums von Vrbas wurde im Jahr 2015 offiziell begründet. Diese Entwicklung folgte auf eine Phase des Übergangs für die Institution, die zuvor lediglich als Museumssammlung innerhalb des Kulturzentrums existierte. Heute genießt das Museum eine eigenständige Präsenz und verwaltet seine vielfältigen Sammlungen durch organisierte Forschungs- und Katalogierungsarbeiten.
Das Museumsgebäude und seine Architektur
Im Herzen von Vrbas, Serbien, residiert das Museum in einem stattlichen Anwesen, das eine ganz eigene, fast intime Atmosphäre ausstrahlt. Das Gebäude, das in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen errichtet wurde, war einst ein privates Wohnhaus, und genau diese häusliche Geborgenheit verleiht den vielfältigen Sammlungen, die heute in seinen Mauern zu finden sind, einen ganz besonderen, fast familiären Kontext. Es ist, als würden die Kunstwerke und Exponate nicht in einem sterilen Raum, sondern in einem lebendigen Zeugen der Stadtgeschichte bewahrt.
Die Geschichte dieses Bauwerks ist untrennbar mit dem pulsierenden Handelsleben der Stadt verwoben, da es einst als Apotheke diente. Tatsächlich wurde die Apotheke von Milete Leskovac bereits im Jahr 1895 gegründet, womit ihre Wurzeln noch vor dem Bau des heutigen Hauses liegen. Diese geschichtliche Tiefe spiegelt sich auch im Grundriss des Interieurs wider: Die Anordnung der Räume und Salons mit ihren großzügigen Glastüren und den internen Fenstern, die den Blick auf die zentrale Halle freigeben, zeugt von der einstigen Nutzung. Diese architektonischen Details wurden mit Bedacht bewahrt oder behutsam angepasst, um den Rahmen für die ständige Ausstellung des Museums zu schaffen: „Vrbas, Mensch und Natur – Synergie oder etwas anderes“.
Um den hohen Anforderungen einer modernen Institution gerecht zu werden, hat der physische Raum jedoch auch tiefgreifende Wandlungen erfahren. Im Zuge jüngster Renovierungen wurden Wände entfernt und elegante Rundbögen geschaffen, um den Besucherstrom durch die Galerien harmonischer zu gestalten. Diese architektonischen Eingriffe ermöglichten es zudem, spezialisierte Räumlichkeiten für die Lagerung sowie ein modernes Konservierungslabor zu schaffen. Als integraler Bestandteil des Kulturzentrums Vrbas verbindet das Museum so auf eindrucksvolle Weise die Bewahrung der Vergangenheit mit den Anforderungen der Gegenwart.
Die vier großen Museumssammlungen
Das Museum offenbart sich in vier markanten Sammlungen: der Archäologie, der Geschichte, der Ethnologie und der Kunstgeschichte. Diese Disziplinen fließen unter dem poetischen Titel der Dauerausstellung „Vrbas, Mensch und Natur – Synergie oder etwas anderes“ zusammen. In diesem harmonischen Gefüge spiegeln die Exponate die vielschichtigen Epochen der Region wider, die von prähistorischen Siedlungen bis hin zum modernen künstlerischen Ausdruck reichen.
Die archäologische Sammlung bewahrt kostbare Artefakte, die an bedeutenden lokalen Fundstätten wie Čarnok, Šuvakov salaš und der Ziegelei Polet geborgen wurden. Diese Funde sind stille Zeugen der frühen menschlichen Präsenz in dieser Gegend. Die historische Sammlung wiederum widmet sich der Entfaltung der Region und präsentiert eindrucksvolle Zeugnisse, wie etwa eine dreischiffige Kirche aus dem 13. Jahrhundert aus Šuvakov salaš sowie Relikte aus einer Siedlung des 10. bis 16. Jahrhunderts am selben Ort.
Ein besonderer Ort der kulturellen Identität ist die ethnologische Sammlung, die eine von der Ethnologin Dušanka Marković gestaltete „Etno kutak“ (Ethno-Ecke) umfasst. Dieser Bereich bewahrt die materielle Kultur und die Traditionen des täglichen Lebens der lokalen Bevölkerung. Die kunsthistorische Sammlung hingegen beherbergt eine beachtliche Anzahl an Werken, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Schaffen von Bela Pehan liegt, darunter mehrere bedeutende Stücke aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Zudem bewahrt das Museum Erbstücke der deutschstämmigen Familie Zajdl auf, die unter anderem Gemälde von Jožef Pehan einschließen.
Selbstporträt (1932), 1932 - Bela Pehan
Meine Frau, 1976 - Bela Pehan
Archäologische Ausgrabung, 1962 - Bela Pehan
Stillleben, 1919 - Petro Kholodny (Älterer)
Porträt eines alten Mannes mit Hut, 1956 - Bela Pehan
Vase mit Blume 1, 1982 - Bela Pehan
Wichtige Artefakte und Höhepunkte des Museums
Die Dauerausstellung mit dem Titel „Vrbas, Mensch und Natur – Synergie oder etwas anderes“ verwebt die Funde des Museums zu einer fesselnden Erzählung über die Existenz in dieser Region. Besucher werden von einer digitalen Darstellung des Pannonischen Meeres empfangen, die einen visuellen Kontext zur geologischen Geschichte der Gegend schafft. Diese technologische Installation eröffnet eine ganz besondere Perspektive auf jene Landschaft, die einst die weiten Ebenen der Vojvodina bedeckte und heute nur noch in der Erinnerung der Erde fortlebt.
Die archäologischen und historischen Sammlungen schaffen durch ganz besondere Objekte greifbare Verbindungen zur Vergangenheit. Ein herausragendes Beispiel ist eine anthropomorphe Pseudofibel, die in der Ziegelei von Polet geborgen wurde. Dieses Artefakt gewährt tiefe Einblicke in die materielle Kultur des awarisch-slawischen Friedhofs. Darüber hinaus bewahrt das Museum ein Opfermesser auf, das aus einer mittelalterlichen Kirche in Šuvakov salaš stammt. Diese Kostbarkeiten sind die physischen Überreste jener Siedlungen, die dieses Territorium über Jahrhunderte hinweg geprägt haben.