Auguste François Bonheur: Ein Leben im Schatten seiner Schwester
- Geboren: Bordeaux, Frankreich (1824)
- Gestorben: 1884
Auguste François Bonheur war ein französischer Maler, der für seine Darstellungen von Tieren und ländlichen Szenen in Landschaften bekannt ist. Obwohl er oft im Schatten seiner berühmteren älteren Schwester Rosa Bonheur stand, besaß Auguste einen scharfen Blick für Details und die Fähigkeit, den Horizont, die Atmosphäre, leuchtende Umgebungen und die räumliche Tiefe in seinen Werken genau darzustellen. Sein künstlerischer Stil ließ sich von niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts wie Aelbert Cuyp und Paulus Potter inspirieren, insbesondere von ihren Gemälden von Kühen.
Frühes Leben und künstlerische Ausbildung
- Familienhintergrund: Auguste wurde in eine Familie hineingeboren, die tief in der Kunst verwurzelt war. Er war der Sohn von Oscar-Raymond Bonheur und Christine Dorotheé Sophie Marquis und Bruder des renommierten Tiermalers Rosa Bonheur und Bildhauers Isidore Bonheur. Seine Mutter verstarb, als er noch jung war.
- Formale Ausbildung: Im Jahr 1848 besuchte Auguste die École des Beaux-Arts in Paris und studierte dort unter Paul Delaroche. Einen Großteil seiner frühen Ausbildung erhielt er in der Werkstatt seines Vaters, was einen traditionellen und detailreichen Malstil förderte.
- Frühe Ausstellungen: Bonheur stellte seine Arbeiten erstmals 1845 im Salon aus, was den Beginn seiner öffentlichen künstlerischen Karriere markierte.
Künstlerischer Stil und Einflüsse
- Themenwahl: Auguste spezialisierte sich auf die Darstellung von Tieren in pastoralen Landschaften, ein häufiges Thema unter den "peintre animalier"-Künstlern seiner Zeit.
- Einfluss der niederländischen Meister: Seine Arbeit spiegelte deutlich den Einfluss niederländischer Goldschmiedepainter wider, insbesondere ihre realistische Darstellung von Kühen und ländlichen Szenen. Er bewunderte die atmosphärische Perspektive und die leuchtenden Qualitäten in den Werken von Cuyp und Potter.
- Vergleich mit Rosa Bonheur: Während seiner gesamten Karriere wurde Augustes Arbeit häufig mit der seiner Schwester Rosa verglichen. Obwohl Kritiker oft sein Talent anerkannten, überschatteten die immense Popularität von Rosas Gemälden manchmal seine Leistungen. Einige Kritiker merkten jedoch an, dass Augustes Landschaften einen stärkeren Sinn für Raum und reinere Farben als die seiner Schwester besaßen.
Wichtige Werke und Anerkennung
- Medals im Salon: Bonheur erhielt für seine Arbeit bei den Salons Ausstellungen Anerkennung und gewann 1852 eine dritte Medaille für "Côtes de Brageac (Cantal)" und "Environs of Mauriac (Cantal)", gefolgt von einer ersten Medaille im Jahr 1861.
- Schottische Landschaften: Eine Reise nach Schottland in den 1860er Jahren inspirierte mehrere bemerkenswerte Werke, darunter “Highland Scene with Cattle,”, das sich heute im Victoria and Albert Museum befindet.
- "La Sortie du Pâturage": Dieses großformatige Gemälde (2,5 x 4,1 Meter), das 1861 ausgestellt wurde, brachte ihm eine erste Medaille ein und wurde anschließend in einer staatlichen Lotterie zur Förderung des Kunstbesitzes aufgenommen. Es fand schließlich seinen Weg in die Sammlung von Sir Edward Bates im Gyrn Castle.
- Ritter der Legion d'Honneur: Als Anerkennung für seine künstlerischen Beiträge wurde Auguste Bonheur 1867 zum Ritter der Legion d'Honneur ernannt.
Vermächtnis und historische Bedeutung
Obwohl er oft im Schatten seiner Schwester Rosa lebte, etablierte sich Auguste François Bonheur als ein geübter Landschafts- und Tiermaler innerhalb der französischen Kunstszene. Seine sorgfältige Detailgenauigkeit, beeinflusst von niederländischen Meistern, und seine Fähigkeit, die Atmosphäre ländlicher Landschaften einzufangen, trugen zu den breiteren künstlerischen Trends des 19. Jahrhunderts – des Realismus – bei. Obwohl seine Karriere vielleicht nicht die gleiche Berühmtheit wie Rosas erreichte, sind Augustes Gemälde wertvolle Beispiele für französische Pastoral-Kunst und bieten einen Einblick in das künstlerische Talent innerhalb der Bonheur-Familie.
