Ein Leben in Ton und Glas
Johannes Christiaan Lanooy, vielen als Chris bekannt, führte ein Leben, das von den Texturen seines Handwerks geprägt war. Geboren 1881 in Sint-Annaland, war er der Sohn von Cornelis Lanooij und Janna van 't Hof. Seine frühen Jahre waren von einer natürlichen Neigung zum Zeichnen und Malen gezeichnet – eine Leidenschaft, die ihn an die Königliche Akademie der Künste in Den Haag führte. Obwohl er unter bedeutenden Persönlichkeiten wie Pierre Cuypers und Jan Lugthart studierte, war sein Weg als Keramiker ein Pfad, den er sich durch autodidaktisches Lernen selbst erschloss.
Mit nur fünfzehn Jahren begann Lanooy seine Laufbahn als Lehrlingsmaler in der N.V. Haagsche Plateelbakkerij Rozenburg. Dieser frühe Einstieg in den Fabriken von Den Haag, Gouda und Purmerend verwurzelte ihn tief in den praktischen Realitäten seines Mediums. Er war ein Mann, der die Hitze des Brennofens und die Chemie einer Glasur verstand. Seine Hände besaßen ebenso viel Geschick für die Präziente eines Zeichners wie für die schwere Arbeit eines Töpfers.
Die Kunst der Glasur
Lanooys Werk war durch einen experimentellen Geist definiert. Er durchlief verschiedene Werkstätten, darunter die HAGA-Keramik und die Königliche Kristallglasfabrik Leerdam, stets auf der Suche nach neuen Wegen, Farbe und Licht zu manipulieren. Besonders bekannt wurde er für den Einsatz von Fließglasuren, mit denen er Effekte aus blauem Titan und Kobalt schuf, sowie für seine Experimente mit transparentem Lustre und metallischen Tröpfeltechniken. Diese Methoden ermöglichten es ihm, keramischen Oberflächen organisches Leben einzuhauchen.
Seine Motive schöpften oft aus der Natur, die ihn umgab. In seinen Arbeiten findet man häufig Dekorationen wie:
- Meereswesen wie Fische, Krabben, Quallen und Seeigel
- Pflanzen und Schmetterlinge
- Drachen und Vögel
- Der Eisvogel auf einem Zweig
In seinen späteren Jahren etablierte er sich als unabhängiger Töpfer in Gouda. Hinter seinem Haus errichtete er vier Brennöfen und ein Labor, um seine chemischen Forschungen fortzusetzen. Diese Unabhängigkeit erlaubte es ihm, sich von rein figurativen Dekorationen hin zu abstrakteren Entwürfen und komplexen Brenntechniken zu bewegen, die braune, schwarze und metallische Glasuren nutzten.
Eine bleibende Präsenz
Obwohl er im Januar 1948 in Epe verstarb, bleiben die physischen Spuren seines Schaffens in vielen Sammlungen erhalten. Seine Werke befinden sich im Keramikmuseum Princessehof in Leeuwarden, das bereits Ausstellungen zu seiner Karriere beherbergte, sowie im Kröller-Müller Museum. In der Stadt Epe bleibt sein Name eng mit der lokalen Landschaft verbunden, insbesondere durch eine Lounge, die eines seiner farbenprächtigen Bleiglasfenster zeigt.
Lanooys Fähigkeit, die Kluft zwischen freier Kunst und dekorativem Handwerk zu überbrücken, hat das niederländische Design nachhaltig geprägt. Ob durch ein einzelnes Glasobjekt oder eine große Serie von Tellern, die mit Pilzen verziert sind – er blieb stets der technischen Meisterschaft seiner Materialien verpflichtet. Er war ein Schöpfer, der die Schönheit darin fand, wie Mineralien auf das Feuer reagieren.