Eine vielseitige Visionärin der amerikanischen Kunst
Edna Reindel war eine facettenreiche amerikanische Künstlerin, deren beeindruckende Karriere von den 1920er Jahren bis in die 1960er Jahre reichte. Als Malerin, Bildhauerin, Zeichnerin, Illustratorin, Wandmalerin und Lehrerin bewies sie eine bemerkenswerte Bandbreite an Talenten. Ihr formeller künstlerischer Werdegang begann im Jahr 1918 an der Detroit School of Design, gefolgt von einem Studium am Pratt Institute in Brooklyn, das sie 1923 erfolgreich abschloss. Während ihrer gesamten Schaffensperiode arbeitete sie als freiberufliche Illustratorin und Malerin und wurde sowohl 1926 als auch 1932 mit dem prestigeträchtigen Louis Comfort Tiffany Foundation Fellowship ausgezeichnet.
Ihr Gesamtwerk zeichnet sich durch eine enorme thematische Vielfalt aus, die von den weiten Landschaften Neu Englands bis hin zu monumentalen Wandgemälden reicht. Während der Weltwirtschaftskrise wurde sie von der WPA beauftragt, Tafelbilder für Bundesgebäude zu schaffen, darunter Werke, die heute im Pentagon und im Gebäude des US-Arbeitsministeriums in Washington, D.C., zu finden sind. Ihr künstlerisches Schaffen umfasste zudem:
Stil und Sujets
Reindels stilistischer Ansatz entwickelte sich durch verschiedene Strömungen, darunter der Amerikanische Regionalismus, der formalistische Realismus und das, was sie selbst als „psycho-realistisch“ bezeichnete. Ihre frühen Stillleben und Landschaftsbilder zeigten oft surreale Tendenzen. In den 1940er Jahren erlangte sie Berühmtheit durch ihre Serie „The Effects of War on People“ (Die Auswirkungen des Krieges auf die Menschen), die sich durch Werke wie Hiroshima und The Praying Mothers mit der Angst und dem Horror der Atombombe auseinandersetzte.
Neben ihrer Malerei und Wandmalerei war Reindel eine versierte Illustratorin und widmete sich in den 1950er und 1960er Jahren der Metallbildhauerei. Zudem setzte sie ihre restauratorischen Fähigkeiten für die Philanthropin Doris Duke ein. Ihre Gabe, das Wesen ihrer Motive einzufangen, wurde besonders in ihren in Auftrag gegebenen Darstellungen von Arbeiterinnen in Werften und der Luftfahrtindustrie deutlich, welche maßgeblich dazu beitrugen, die Ikonografie der „Rosie the Riveter“ zu popularisieren.