Frühes Leben, Familie und Ausbildung
Geboren im Jahr 1890 in Berlin, Deutschland, wuchs Eric Goldberg in einem Umfeld auf, in dem die Kunst ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens war. Als Sohn eines erfolgreichen deutschen Porträtmalers erhielt er eine Prägung, die sein frühes Verständnis für das Handwerk maßgeblich geformt haben dürfte. Diese familiäre Verbundenheit zur Leinwand legte das Fundament für seine eigene Entwicklung als jüdisch-kanadischer Maler.
Seine formale Ausbildung begann in seiner Geburtsstadt, wo er bei Lovis Corinth und Hermann Struck studierte. Diese frühen Jahre in Berlin schufen das technische Fundament, das ihn über Grenzen hinweg begleiten sollte. Auf der Suche nach einer Erweiterung seines Horizonts zog er schließlich nach Frankreich, um seine Fähigkeiten im Herzen der europäischen Kunstszene zu verfeinern.
Zwischen 1906 und 1910 besuchte Goldberg die École des Beaux-Arts in Paris. Während dieser prägenden Zeit studierte er zudem an der Académie Julian. Seine Ausbildung wurde durch die Anleitung mehrerer namhafter Lehrer geprägt, darunter Tony Robert-Fleury, Jules Joseph Lefebvre und Jean-Paul Laurens. In jenen Jahren in Paris erhielt er zudem frühe Ermutigung von Renoir – eine Verbindung, die einen bleibenden Eindruck auf seinen Umgang mit Farbe und Form hinterlassen sollte.
Lehre und Leben in Europa und Palästina
Nach seinem Studium in Paris nahm das Leben von Goldberg eine nomadische Wendung. Er bewegte sich zwischen verschiedenen Kulturen, verbrachte Zeit in Chicago und Palästina, bevor er sich einer Laufbahn als Pädagoge widmete. Sein beruflicher Weg führte ihn an die Preußische Akademie der Künste und später an die Berliner Akademie der Künste, wo er eine Professur für Zeichnen und Malen innehatte. Diese Jahre in Europa waren geprägt von einer tiefen Auseinandersetzung mit den akademischen Traditionen des Kontinents, während sein eigenes Leben in ständiger Bewegung blieb.
Seine Verbindung zum Nahen Osten war von großer Bedeutung und vollzog sich in zwei markanten Kapiteln. Von 1911 bis 1915 lehrte er an der Bezalel-Schule für Kunst und Handwerk in Jerusalem. Jahre später kehrte er in die Region zurück und unterrichtete zwischen 1924 und 1926 im britischen Mandat Palästina. Diese Erfahrungen in Jerusalem und den umliegenden Gebieten bildeten die Kulisse für seine sich entwickelnde Perspektive, weit entfernt von dem sesshaften Leben, das er schließlich in Nordamerika finden sollte.
Im Jahr 1926 kehrte er nach Paris zurück, eine Stadt, die zu einem zentralen Bestandteil seiner persönlichen Geschichte werden sollte. Es war dort, dass er Regina Seiden kennenlernte, eine in Québec geborene Künstlerin, die seine Ehefrau werden sollte. Ihre Begegnung in der französischen Hauptstadt markierte einen Wendepunkt, der seine europäische Lehrtätigkeit mit den persönlichen Bindungen verknüpfte, die ihn letztlich in sein neues Leben in Kanada führen würden.
Leben und Wirken in Kanada
Im Jahr 1928 erreichte Goldberg Montreal und schlug damit ein völlig neues Kapitel in seinem Leben in Kanada auf. In dieser prägenden Zeit begegnete er Regina Seiden, einer in Québec geborenen Künstlerin, die bei William Brymner und Maurice Cullen studiert hatte. Das Paar ging die Ehe ein und teilte ein Leben, das tief in der lokalen Kunstszene verwurzelt war. Während er in seiner neuen Heimat ankam, verlagerte sich sein künstlerischer Fokus zunehmend auf die natürliche Umgebung seines neuen Zuhauses. Er begann, den Landschaften der Gaspésie-Region in Québec eine besondere Vorliebe zu widmen, wo er in den malerischen Fischerdörfern und der Küstenlandschaft der Gegend ein stilles und tiefgreifendes Sujet fand.
Sein Wirken in der Kunstszene von Montreal war geprägt von einer unerschütterlichen Hingabe zum Modernismus. Im Jahr 1939 wurde er Gründungsmitglied der Contemporary Arts Society, einer Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, der kanadischen Öffentlichkeit moderne Kunst näherzubringen. Zudem gehörte er der Eastern Group of Painters an, einer Organisation, die als Alternative zum Nationalismus der Canadian Group of Painters ins Leben gerufen wurde. Während seiner gesamten Jahre in Montreal wurde sein Schaffen durch die Dominion Gallery von Max Stern eindrucksvoll repräsentiert.
- Figures (ca. 1942)
- The Fascinator (ca. 1945)
- Pier, Gaspé Village (ca. 1948)
Technik, Stil und Hauptwerke
Goldbergs Pinselführung trägt das Erbe seiner vielschichtigen Ausbildung in sich. Die breiten, spontanen Pinselstriche, die seine Leinwände durchziehen, offenbaren den tiefen Einfluss von Lovis Corinth, während die sanften Farben und Formen eine frühe Verbundenheit mit der Kunst von Pierre-Auguste Renoir suggerieren. Seinen Kompositionen wohnt eine subtile Qualität inne, die an das Werk von Raoul Dufy erinnert und seinen Motiven eine ganz besondere Leichtigkeit verleiht. Oft wandte er sich romantischen Themen zu und fand eine tiefe Ästhetik in der Darstellung von Frauen, Harlekinen, Blumen und den stillen Fischerdörfern.
Seine frühe künstlerische Entwicklung wird in seinem Selbstporträt sichtbar, das etwa zwischen 1911 und 1914 entstand. Mit fortschreitender Karriere verlagerte sich sein Fokus zunehmend auf die Menschen und Landschaften, die ihn umgaben. In dem um 1942 geschaffenen Werk Figures erkundete er die menschliche Form mit einem ausgeprägten Sinn für Bewegung. In seinen späteren Jahren gelang es ihm, spezifische Momente von Charakter und Ort einzufangen, wie etwa in The Fascinator aus der Zeit um 1945. Bis 1948 umfasste sein Schaffen auch Pier, Gaspé Village, ein Werk, das sein langjähriges Interesse an den Landschaften der Region Québec widerspiegelt.