Leben und künstlerische Laufbahn
Ernst Müller-Gräfe war ein deutscher Maler und Grafiker, der in Nobitz, Deutschland, geboren wurde. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Lindenauer Zeichenschule des Kunstvereins in Altenburg und studierte später an der Dresdner Kunstakademie bei Gotthardt Kuehl und Oskar Zwintscher, wobei er 1898 zum Meisterschüler wurde. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er als freischaffender Künstler in Dresden und leitete eine private Malerschule. Sein Lebensweg war auch von den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs geprägt, in dem er als Soldat an der Westfront diente; selbst in dieser Zeit der Entbehrung hielt er an seiner schöpferischen Kraft fest und schuf Werke wie die Zeichnung Vor Verdun. Gefangener Tunesier.
Das vielschichtige Schaffen von Müller-Gräfe erstreckte sich über eine beeindruckende Bandbreite an Medien, von Ölgemälden und Grafiken bis hin zu Holzschnitten, Zeichnungen und Pastellen. Er erlangte zudem Bekanntheit durch seine Entwürfe für Plakate, Buchillustrationen und Wappen, darunter das Staatswappen von Thüringen sowie die Stadtsiegel von 56 Kommunen. Zu seinem künstlerischen Erbe zählen zudem bedeutende Innenraumgestaltungen, wie etwa die Treppenhausgestaltung im Lindenau-Museum und die Gedenkapelle in der Stadtkirche St. Annen in Annaberg-Buchholz.
Werke und Vermächtnis
Das Repertoire des Künstlers umfasste mehrere bemerkenswerte Zyklen und monumentale Kompositionen. Im Jahr 1922 vollendete er einen Zyklus aus drei großformatigen, expressiven Einzelbildern, die Szenen des Glücks, der Arbeit und des Leidens darstellten. Zu seinen weiteren bedeutenden Leistungen zählen das Fresko im Krematorium Altenburg sowie verschiedene Wandmalereien in Altenburg. Seine ausdrucksstarke Kunst wurde jedoch später von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft, was zur Beschlagnahmung und Zerstörung vieler seiner Gemälde, Zeichnungen und Drucke aus verschiedenen Museumssammlungen führte.
Seine überlieferten Werke und sein künstlerisches Erbe sind in verschiedenen Institutionen vertreten, darunter: