Das Leben und die Kunst von Ernst Stückelberg
Ernst Stückelberg, der in Basel als Johann Melchior Ernst Stickelberger geboren wurde, war ein Schweizer Maler der romantischen Tradition. Nach seiner frühen Ausbildung bei Hieronymus Hess und Ludwig Adam Kelterborn studierte er bis 1850 bei Johann Friedrich Dietler in Bern. Seine akademische Laufbahn führte ihn an die Akademie der Schönen Künste in Antwerpen, wo er unter den Meistern Gustaf Wappers, Louis Gallait und Josephus Laurentius Dyckmans lernte. Später vertiefte er seine Studien an der Münchner Akademie der Schönen Künste bei Moritz von Schwind, wobei er sich insbesondere der Kunst der Miniaturmalerei widmete.
Sein vielseitiges künstlerisches Schaffen umfasst eine beeindruckende Bandbreite:
- Porträts und dörfliche Szenen
- Eine Serie über den Schweizer Helden Wilhelm Tell, einschließlich Fresken für die Tellskapelle
- Historische Themen wie Das Basler Erdbeben von 1356
- Landschaften und Ansichten aus Italien, Capri und dem Mittelmeerraum
- Kleine Ölgemälde auf Holztafeln, bekannt als Brettchen
Künstlerische Reisen und Errungenschaften
Die Reisen von Stückelberg führten ihn durch Paris, München, Rom, Florenz und verschiedene Regionen Italiens. In Italien schuf er Werke wie Abend in den Monti Sabini und Die Marienprozession. Seine Karriere war geprägt von bedeutenden Aufträgen, darunter die Dekoration der Tellskapelle mit Szenen wie Der Apfelschuss und Gesslers Tod. Zudem fertigte er Fresken im Erimanshof an, welche Tugenden wie Barmherzigkeit, Weisheit, Klugheit, Fleiß und Wahrheit darstellen.
Im Laufe seines Lebens wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter:
- Eine Silbermedaille auf der Berner Kultur- und Gewerbeausstellung von 1856
- Die Goldene Medaille München von 1869
- Das Ritterkreuz des kaiserlichen Franz-Joseph-Ordens
- Ein Ehrendoktorat der Universität Zürich im Jahr 1883