Die künstlerische Reise von Greta Freist
Greta Freist war eine österreichische Malerin und Grafikerin, deren schöpferisches Wirken sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte und von vielfältigen stilistischen Wandlungen geprägt war. Geboren in Weikersdorf, erhielt sie ihre formale Ausbildung an der Malschule Fröhlich in Wien, bevor sie von 1924 bis 1930 an der Akademie der bildenden Künste bei Rudolf Bacher und Rudolf Jettmar studierte. Ihre künstlerische Praxis war von großer Vielfalt geprägt und umfasste Tätigkeiten als Malerin, Grafikerin, Restauratorin, Keramikerin sowie Textilmalerin. Gemeinsam mit ihrem Partner Gottfried Goebel lebte und arbeitete sie in einem Atelier in Döbling, das als literarischer Treffpunkt für Persönlichkeiten wie Elias Canetti und Otto Basil diente.
Mitte der 1930er Jahre emigrierte Freist nach Paris, wo sie am Salon d’Automne teilnahm. Ihre Kriegserfahrungen in Frankreich waren von schweren Zeiten geprägt; so wurde sie mehrfach wegen Schwarzmarktgeschäften verhaftet, während ihr Partner interniert war. Nach dem Krieg wirkte sie 1950 an der Gründung der französischen Sektion des International Art Club mit. Ihr Gesamtwerk zeichnet sich durch einen stetigen Stilwandel aus: Von einem magisch gefärbten Realismus in ihren frühen Arbeiten bis hin zur Abstraktion zwischen 1949 und 1967. Nach einer Reise nach Spanien wandte sie sich einem figurativen, fantastischen Malstil zu, der die Dehumanisierung der Welt zum Ausdruck bringen sollte, bevor sie ab 1988 bis zu ihrem Tod in Paris erneut zur Abstraktion zurückkehrte.
Ausstellungen und Anerkennung
Im Laufe ihrer Karriere wurde das Werk von Freist in zahlreichen Ausstellungen in ganz Österreich und Frankreich präsentiert. Bedeutende Einzelausstellungen wurden vom Wiener Kulturamt im Jahr 1961, dem Niederösterreichischen Landesmuseum im Jahr 1991 sowie der Galerie bei der Albertina in Wien organisiert. Zudem fand ihre Kunst in bedeutenden Gruppenausstellungen statt, etwa im Belvedere, im Leopold Museum und im Museum Arnhem.