Ein Leben im Dienste der Kunst
Geboren in Weimar, Deutschland, war Horst De Marées ein Maler, dessen Leben von den tiefgreifenden historischen Umbrüchen seiner Zeit geprägt wurde. Nach seinem Dienst im Ersten Weltkrieg, in dem er am Bein verwundet wurde, widmete er sich dem formellen Kunststudium. Zunächst studierte er an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar bei Walther Klemm, bevor er an die Akademie der Bildenden Künste in München wechselte, um bei Hugo von Habermann zu studieren. In den 1920er Jahren feierte er als Porträtmaler beachtliche Erfolge, was ihn schließlich im Jahr 1927 dazu bewog, seinen Lebensmittelpunkt nach Florenz zu verlegen.
Seine Reise führte ihn durch verschiedenste Regionen, darunter Ostpreußen, wo er in Braktin und später in Ragauen lebte. Während der Zeit des Nationalsozialismus sah sich sein Schaffen komplexen Umständen gegenüber; so wurde beispielsweise eine Wandkomposition im Jahr 1937 im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus dem Museum Folkwang in Essen entfernt und anschließend zerstört. Nach dem Krieg lebte er in der sowjetischen Besatzungszone und in der Deutschen Demokratischen Republik, wo er trotz bestehender Ausstellungsbeschränkungen unermüdlich an seiner Malerei arbeitete. Im Jahr 1960 zog er in die Bundesrepublik Deutschland, ließ sich in Osterbruch nieder und unterhielt bis zu seinem Tod in Otterndorf einen Sommeraufenthalt in Verdun-en-Lauragais.
Künstlerisches Erbe und Werke
Das Gesamtwerk von Horst De Marées ist gewaltig und umfasst mehrere tausend Stücke. Während ein bedeutender Teil seines Œuvres während der sowjetischen Invasion in Ostpreußen verloren ging, ist ein Großteil seiner verbliebenen Arbeiten in Museen in Meiningen, Erfurt und Altenburg sowie in verschiedenen Privatsammlungen erhalten geblieben. Sein künstlerisches Schaffen umfasst vielfältige Sujets, wie zum Beispiel:
Seine Karriere war durch eine gewisse Distanz zu den vorherrschenden künstlerischen Trends und Moden seiner Zeit gekennzeichnet. Zeit seines Lebens blieb sein Verhältnis zu den politischen und künstlerischen Institutionen sowohl der NS-Ära als auch der DDR komplex und ambivalent.