Ein Leben in Theater und Perspektive
Geboren im malerischen Venedig, war Jacopo Fabris ein Künstler und Theatertechniker, dessen beeindruckende Laufbahn ihn an die glanzvollsten Höfe Europas führte. Seine professionelle Reise begann mit seiner Tätigkeit als Hofmaler in Karlsruhe für Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach zwischen 1719 und 1721. Später erlangte er als Bühnenmaler große Anerkennung, insbesondere während seiner sechsjährigen Wirkungszeit am Opernhaus am Gänsemarkt in Hamburg, die er 1724 antrat. Seine Reisen führten ihn zudem nach Mannheim und London, wo er in die Welt der Musik eintauchte und mit dem legendären Georg Friedrich Händel zusammenarbeitete. Im Jahr 1742 wurde er schließlich zum Theatermaler Friedrich des Großen in Berlin ernannt, wo er die prachtvolle Dekoration des Opernhauses an der Unter den Linden sowie eines kleineren Theaters im Schloss maßgeblich mitgestaltete.
Die dänische Periode und architektonische Meisterwerke
Im Jahr 1747 fand Fabris sein neues Zuhause in Kopenhagen, wo er mit der Gestaltung dreier Opernbühnen betraut wurde: einer für italienische Opernsänger in Charlottenborg, einem Provisorium für dänische Schauspieler im Tjærehuset und dem Komediehuset am Kongens Nytorv. Seine künstlerische Handschrift in diesen Spielstätten zeichnete sich durch eine festliche Dekoration im Barockstil aus. Als virtuoser Prospektmaler gestaltete er zwischen 1750 und 1751 die Gartenhalle von Schloss Fredensborg mit idealisierten Landschaften – eine Serie, die heute als sein bekanntestes erhaltenes Werk gilt. Zu seinen weiteren bedeutenden Leistungen zählen:
Darüber hinaus bewies Fabris sein pädagogisches Geschick als Lehrer, was durch seine im Jahr 1760 veröffentlichten Abhandlungen über Geometrie, Perspektive und Architekturlehre belegt wird. Sein letzter Ruheort befindet sich auf dem Friedhof der Trinitatiskirche in Kopenhagen.