Ein Leben zwischen zwei Ufern
John Ford Paterson trat seine Weltreise in Dundee, Schottland, an. Als Teenager besuchte er die Ateliers der Royal Scottish Academy in Edinburgh und durchlief dort die frühen Phasen seiner Ausbildung. Bereits im Alter von zwanzig Jahren präsentierte er seine ersten Gemälde der Öffentlichkeit. Im Jahr 1872 zog er mit seiner Familie nach Melbourne, doch die hiesige Ausbildung bot nicht das spezifische Wachstum, das er suchte. Er kehrte für einige Jahre nach Schottland zurück, wo er unter dem Einfluss der Glasgow School lebte. Diese Studienzeit prägte maßgeblich seine Wahrnehmung von Licht und Form.
Im Jahr 1884 kehrte er nach Australien zurück und blieb dort bis an das Ende seines Lebens. Seine Zeit in Melbourne war geprägt von einer tiefen Verbundenheit zur Landschaft und zu jenen Künstlern, die sie malten. Er fand eine Verwandtschaft mit Louis Buvelot und übernahm bestimmte Methoden der Freilichtmalerei. Während sich andere Mitglieder der Heidelberg-Gruppe einem eher impressionistischen Stil zuwandten, hielt Paterson an einem romantischeren Ansatz fest. Er verbrachte seine Tage damit, die stillen Veränderungen des Busches einzufangen, wobei er oft nach einer spirituellen oder flüchtigen Essenz innerhalb der Szenerie suchte.
Der Pinsel und das Buschland
Sein Werk konzentrierte sich intensiv auf die Landschaft, insbesondere auf jene Szenen, die in der australischen Wildnis zu finden sind. Mit Öl auf Leinwand und Hartpappe hielt er die Atmosphäre des Landes fest. Einige seiner Gemälde fingen ganz spezifische Augenblicke ein, wie etwa:
- Evening in the Bush, 1896
- Bush Symphony, 1900
- After the storm, 1884
- On the Werribee river, near Bacchus Marsh, 1877
- Shipwreck off Anglesea, Victoria, 1886–1886
Er suchte nach einer gewissen Suggestivität in seinen Motiven und versuchte, eine Schönheit zu finden, die schwer zu fassen oder festzuhalten war. Seine Gemälde befassten sich oft mit der Dämmerung und der Art und Weise, wie sich das Licht über den Bäumen niederlegt. Er strebte nicht immer nach demselben Erfolg wie seine Zeitgenossen, doch sein Sinn für Farbe und Zeichnung blieb beständig. In Jahren, in denen es an finanziellen Mitteln mangelte, widmete er sich der Geflügelzucht in der Nähe von Ringwood, um seinen Lebensunterhalt zu sichern.
Eine Präsenz in der Melbourner Kunstszene
Paterson war ein Mann, der tief in den Strukturen der lokalen Kunstgemeinschaft verwurzelt war. Er half bei der Gründung der Australian Art Association, nachdem er sich gemeinsam mit anderen wie Conder und Roberts von der Victorian Academy of Art losgesagt hatte. Sein Engagement für das organisierte Kunstleben führte dazu, dass er 1902 zum Präsidenten der Victorian Artists' Society ernannt wurde. Zudem nahm er an den Pleinair-Malereilagern des Buonarotti Clubs teil.
Sein Leben endete jäh im Jahr 1912 in Carlton. Obwohl er ein ruhiges, eher zurückgezogenes Leben führte, sind seine Werke in mehreren bedeutenden Sammlungen erhalten, darunter die National Gallery of Victoria und die Art Gallery of New South Wales. Auch seine Familie hinterließ ihre Spuren in der Kunstwelt, etwa durch Nichten, die als Illustratorinnen und Karikaturistinnen tätig waren. Er hinterließ ein Lebenswerk, das eine ganz spezifische, romantische Sichtweise auf die australische Landschaft widerspiegelt.