Ein Leben in Leksand
Lilly Amalia Segerdahl begann ihr Leben in der Husby församling, im Kopparbergs län. Als Tochter des Försters Yngve Adalrik Segerdahl und Amalia Nordström führte sie ihr Weg von den Wäldern ihrer Jugend bis in die Klassenzimmer der Tekniska skolan in Stockholm. Im Jahr 1904 zog sie nach Leksand, wo sie unter der Anleitung von Gustaf Theodor Wallén studierte. Dabei wurde sie weit mehr als nur eine Schülerin; über viele Jahre hinweg war sie sowohl seine Schülerin als auch seine Pflegerin. Ihre Zeit in Leksand war geprägt von ihrer tiefen Hingabe zu ihrem Lehrer, während sie gleichzeitig unermüdlich daran arbeitete, ihre eigene künstlerische Handschrift in der Malerei zu finden.
Die stillen Rhythmen von Leksand prägten maßgeblich ihr Schaffen. Sie lebte in einem kleinen Cottage, das später von der Hantverksföreningen in Leksand restauriert wurde. Während ihre Werke oft die Menschen und Landschaften ihrer Umgebung widerspiegelten, war ihr Privatleben auch von Phasen psychischer Kämpfe gezeichnet, die letztlich ihre schöpferische Kraft einschränkten. Dennoch blieb sie ein fester Bestandteil des lokalen künstlerischen Gefüges, engagierte sich in der Föreningen Svensca Konstnärinnor und stellte ihre Arbeiten an bedeutenden Orten wie der Baltiska utställningen und der Liljevalchs konsthall aus.
Der Pinsel und das Motiv
Ihr künstlerisches Augenmerk galt oft den Figuren aus Dalarna. Sie besaß ein besonderes Gespür für Farbe und Komposition, vor allem wenn es darum ging, die lokale kulla einzufangen. In ihren Ölgemälden, wie etwa Kullor i vinterlandskap, liegt der Fokus auf dem saisonalen Wandel der Landschaft. Ihre Porträts, darunter eines ihres Onkels mütterlicherseits, Richard Dybeck, zeugen von einer gewissen Kühnheit in der Anordnung der Motive auf der Leinwand. Dabei bewegte sie sich sicher zwischen den Techniken: Sie arbeitete sowohl mit Öl als auch mit Aquarell und wechselte so zwischen der schweren Textur der Farbe auf Leinwand und der zarten Leichtigkeit des Wassers auf Papier.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen Szenen aus dem häuslichen Leben des ländlichen Raums:
- The Spinners: Ein figuratives Gemälde, das die Dynamik traditioneller Handarbeit einfängt.
- Porträtt av dalkulla: Eine Ölstudie einer einheimischen Frau auf Leinwand.
- Akvarell, porträtt av kulla: Ein Aquarell, das den Fokus auf den individuellen Gesichtsausdruck legt.
Vermächtnis und Gegenwart
Obwohl sie einen Großteil ihres Lebens im Schatten ihres Lehrers verbrachte, sind ihre Gemälde heute in Sammlungen zu finden, die für Besucher von Leksand und Storvik zugänglich sind. Ihre Werke werden in der Leksands konstgalleri und der Gästriklands folkhögskola aufbewahrt, wobei einige Stücke als Leihgaben des Nationalmuseums dort präsent sind. Sie hinterließ ein Zeugnis einer ganz spezifischen Zeit und eines besonderen Ortes in Schweden – festgehalten in den Gesichtern ihrer Nachbarn und dem Licht jener Landschaften, die sie so tiefgründig kannte.