Frühes Leben und Ausbildung
- Geboren: Lyon, Frankreich (1702)
- Roubiliacs frühes Leben ist etwas unklar, aber er zeigte schon in jungen Jahren künstlerisches Talent.
- Er erhielt seine erste Ausbildung im Atelier von Balthasar Permoser in Dresden. Permoser war ein bekannter Bildhauer, der für seine Arbeit im Barockstil bekannt war und zuvor unter Bernini gearbeitet hatte. Diese Auseinandersetzung mit italienischer Barockskulptur beeinflusste Roubiliacs frühe Entwicklung maßgeblich.
- Nach seiner Zeit bei Permoser vertiefte er seine Fähigkeiten weiter in Paris, wo er unter Nicolas Coustou, einem weiteren angesehenen französischen Bildhauer, studierte.
Aufstieg und Wirken in England
- Enttäuscht über den zweiten Platz beim Wettbewerb um das Prix de Rome bewegte sich Roubiliac 1735 nach London.
- Er etablierte sich schnell als talentierter Porträtbildhauer und gewann durch Empfehlungen von Persönlichkeiten wie Edward Walpole Schutzherren.
- Ein entscheidender Moment in seiner Karriere war der Auftrag für eine sitzende Figur von Handel im Jahr 1738. Dieses Werk, das in den Vauxhall Gardens ausgestellt wurde, erlangte weitreichende Anerkennung und festigte Roubiliacs Ruf. Die Statue verband Realismus und Allegorie – Handel wurde beim Spielen einer antiken Lyre mit einem Putto an seiner Seite dargestellt – und wurde besonders bewundert.
- Er wurde Gründungsmitglied der St Martin's Lane Academy, einem Berufsverband für Künstler.
Hauptwerke und künstlerischer Stil
- Roubiliac ist vor allem für seine Porträtbüsten und monumentalen Skulpturen bekannt.
- Bemerkenswerte Werke umfassen:
- Die Statue des Handel (Victoria and Albert Museum)
- Denkmäler in Westminster Abbey, darunter die für den Duke of Argyll, Sir Peter Warren und Marshal Wade. Diese Denkmäler zeichnen sich durch ihre dramatischen Kompositionen und emotionale Intensität aus.
- Büsten bedeutender Persönlichkeiten wie Isaac Newton (Trinity College Chapel, Cambridge), Martin Folkes, Robert Raymond, Daniel Lock, Robert Bruce Cotton und John Belchier.
- Künstlerischer Stil: Roubiliacs Stil wird im Allgemeinen als Rokoko eingeordnet, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Realismus und emotionalem Ausdruck. Er fing die Gesichtszüge seiner Modelle mit bemerkenswerter Genauigkeit ein und vermittelte gleichzeitig ihre Persönlichkeit und ihren sozialen Status. Seine Denkmäler enthielten oft allegorische Figuren und dramatische Posen, um kraftvolle visuelle Erzählungen zu schaffen.
Späteres Leben und Vermächtnis
- In den 1750er Jahren arbeitete Roubiliac kurzzeitig als Modellierer in der Chelsea-Porzellanfabrik und demonstrierte damit seine Vielseitigkeit.
- Gegen Ende seines Lebens unternahm er Touren nach Italien.
- Roubiliac starb 1762 in London. Ein erheblicher Teil des Inhalts seines Ateliers wurde posthum verkauft.
- Historische Bedeutung: Roubiliac gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer, die in England tätig waren. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung der Rokoko-Skulptur und etablierte einen hohen Standard für Porträt- und Monumentalkunst im 18. Jahrhundert. Sein Einfluss ist in den Werken späterer britischer Bildhauer sichtbar.
Einflüsse und Entwicklung
- Frühe Einflüsse: Balthasar Permosers Barockstil, insbesondere seine Auseinandersetzung mit Berninis Werk, prägte Roubiliacs frühe künstlerische Sensibilität. Nicolas Coustou vermittelte weitere Schulung in klassischen Skulpturtechniken.
- Entwicklung: Während er anfänglich von der im Frankreich und England vorherrschenden Rokoko-Ästhetik beeinflusst war, entwickelte Roubiliac einen einzigartigen Stil, der Eleganz mit Realismus verband. Seine Fähigkeit, individuellen Charakter und Emotionen einzufangen, unterschied ihn von seinen Zeitgenossen.
- Stilentwicklung: Im Laufe der Zeit zeigte seine Arbeit zunehmende Raffinesse in Komposition und emotionaler Tiefe, insbesondere deutlich in seinen späteren monumentalen Skulpturen für Westminster Abbey.
