Ein Leben der Dualitäten
Paul Mommer führte ein Leben, das von der Spannung zwischen dem Alltäglichen und dem Tiefgründigen geprägt war. Geboren 1899 im Westen Deutschlands, wurden seine frühen Jahre durch die Umwälzungen des Krieges geformt. Im Alter von siebzehn Jahren wurde er zum Militär eingezogen, eine Zeit, die ihn für zwei Jahre in ein englisches Gefangenenlager führte. Inmitten dieser Enge entdeckte er eine praktische, haptische Fertigkeit: die Kunst des Haareschneidens. Diese Entdeckung sollte seinem Dasein in den Vereinigten Staaten später eine seltsame, rhythmische Stabilität verleihen.
In New York pflegte Mommer eine duale Existenz. Tagsüber betrieb er einen Schönheitssalon in der 213 Fourth Avenue – ein Mann, der bei der Arbeit eine bemerkenswerte Heiterkeit an den Tag legen konnte und seine Kunden mit geübter Hand pflegte. Nachts zog er sich in den hinteren Teil des Ladens zurück, um inmitten des Duftes von Shampoo und dem Chaos der Schürzen zu arbeiten. In diesem engen, privaten Heiligtum malte er. Er arbeitete oft in der Dunkelheit und fand eine besondere Resonanz in den Schatten der Hinterhöfe der Metropole. Er bemerkte einmal, dass er die Vorstellung malte, aus solchen Räumen nicht entkommen zu können – ein Gefühl, das seine grundlegende Sicht auf die Welt färbte.
Der stille Kampf der Leinwand
Sein Schaffen entsprang nicht der Muße, sondern einem beharrlichen, fast zwanghaften Drang zu erschaffen. Er produzierte zwei oder drei Leinwände pro Woche und stapelte sie hoch gegen die Wände und um den Warmwasserboiler seines Ladens. Seine Sujets neigten oft zum Düsteren, was eine Perspektive widerspiegelte, die vielleicht in seiner Jugend geschmiedet wurde. Er fand Schönheit und Bedeutung in den grauen und grünen Himmeln seiner Kompositionen und fing durch seinen Pinselstrich oft ein Gefühl der Melancholie ein.
Die Anerkennung, die er erfuhr, war sporadisch und vielfältig, was die unvorhersehbare Natur eines Lebens widerspiegelte, das zwischen zwei Welten stattfand. Zu seinen Errungenschaften gehörten:
- Die Ausstellung seiner Werke in den Midtown Galleries.
- Die Teilnahme an einer Ausstellung für religiöse Kunst in den Durand-Ruel Galleries.
- Der Verkauf eines Gemäldes an Walter Chrysler, Jr. für einhundert Dollar.
- Die Aufnahme seiner Werke in die Sammlung des Walker Art Center.
Ein Vermächtnis der Beobachtung
Mommers Platz in der Kunstwelt war durch seine Fähigkeit gekennzeichnet, sich zwischen dem Kommerziellen und dem Spirituellen zu bewegen. Er war ein Mann, der an einem Tag ein Gemälde für dreißig Dollar an einen Versicherungsvertreter verkaufen konnte und sich am nächsten Tag in bedeutenden Ausstellungen für religiöse Kunst wiederfand. Seine Präsenz in der Kunstszene war in den stillen Winkeln von New York spürbar, von den Hinterzimmern der Friseursalons bis hin zu den formellen Hallen der Galerien.
Er starb 1963 und hinterließ ein Werk, das die Rauheit und die Melancholie der urbanen Erfahrung der Mitte des Jahrhunderts einfing. Seine Gemälde bleiben das Zeugnis eines Mannes, der einen Weg fand, die engen, zweckmäßigen Ecken seines Lebens in etwas von bleibender visueller Bedeutung zu verwandeln.