Raffi Lavie: Leben und Schaffen
Raffi Lavie war ein israelischer Pädagoge sowie Musik- und Kunstkritiker, der während des britischen Mandats in Tel Aviv geboren wurde. Seine akademische Reise führte ihn an das Art Teachers' Training College in Tel Aviv, und später prägte er als Dozent die HaMidrasha – Faculty of the Arts in Ramat HaSharon, wo er seine Lehrtätigkeit im Jahr 1966 aufnahm. In eben diesem wegweisenden Jahr wurde er auch zu einem der Mitbegründer der einflussreichen Künstlergruppe Ten Plus.
Seine künstlerische Praxis war geprägt von spontanen Kritzeleien, die an Graffiti und Comic-Kunst erinnerten; oft integrierte er Schriftzüge in seine Gemälde, sodass diese wie mit Gekritzel bedeckte Wände wirkten. Gegen Ende der 1960er Jahre begann Lavie, Collage-Elemente einzuführen, indem er Fotografien, Reproduktionen und Poster auf seinen Werken anbrachte – kombiniert mit Kitsch, angewandter Grafik, Kinderzeichnungen und politischer Rhetorik. Dabei griff er bewusst auf kostengünstige Materialien wie Sperrholz und Pappe zurück, was seiner Kunst eine unverwechselbare Textur verlieh.
Ausstellungen und Anerkennung
Die Karriere von Lavie war von zahlreichen bedeutenden Ausstellungen und Ehrungen gekrönt:
- Der Dizengoff-Preis für Malerei und Bildhauerei der Stadtverwaltung Tel Aviv-Yafo im Jahr 1978.
- Die Ausstellung „Want of Matter“ im Tel Aviv Museum im Jahr 1986.
- Eine Retrospektive im Israel Museum in Jerusalem mit dem Titel „Rafi Lavie: Werke von 1950 bis 2002“.
- Eine Einzelausstellung in der Givon Gallery in Tel Aviv im Jahr 2005.
- Die Repräsentation Israels auf der 53. Biennale in Venedig im Jahr 2009.
In seinen letzten Lebensjahren war Lavie aufgrund schwerer Rückenprobleme gezwungen, im Sitzen zu malen. Er verstarb an Bauchspeicheldrüsenkrebs in seinem Zuhause in Tel Aviv.