Eine Wendung zum Licht
Geboren 1949 in der Region Detroit, Michigan, verbrachte Rose Ann Day ihre frühen Jahre inmitten der stillen, beständigen Arbeit ihrer Eltern. Es waren Menschen, die mit ihren Händen schufen, sei es beim Entwerfen, Bauen oder bei der Pflege ihrer Gärten. Diese frühe Begegnung mit der haptischen Natur des Erschaffens prägte sie tiefgreifend. Nach ihrem Bachelor-Abschluss an der Western Michigan University und einem Master-Studium an der Oakland University widmete sie ein Jahrzehnt lang dem Lehrberuf. Die Entscheidung, die Lehrtätigkeit hinter sich zu lassen, war durch das raue Wetter Michigans bedingt, welches sie und ihre Familie schließlich in die Wärme des Südwestens führte.
Dieser Klimawandel brachte auch eine Metamorphose in ihrem kreativen Leben mit sich. Im Südwesten entdeckte sie eine völlig neue Art von Licht und eine Landschaft, die eine neue Art des Sehens forderte. Sie begann an der Scottsdale Art League zu studieren und konzentrierte sich dabei auf die Blumen und Landschaften, die ihre neue Umgebung definierten. Im Jahr 1981, nachdem sie erst seit einem Jahr ernsthaft malte, entschied sie sich, eine Galerievertretung anzustreben. Eine einzige Reise nach Santa Fe sollte alles verändern; sie betrat eine Galerie mit vier Gemälden, und als sie nach Hause zurückkehrte, war jedes einzelne davon bereits verkauft.
Die Kunst des Greifbaren
Ihr Werk zeichnet sich durch eine akribische Liebe zum Detail aus, wobei sie oft einen trompe-l'œil-Stil verwendet, der die Sujets physisch präsent erscheinen lässt. Sie konzentriert sich auf die Texturen handgefertigter Objekte und fängt das spezifische Gewicht sowie die Oberflächenbeschaffenheit regionaler Materialien ein. In ihren Gemälden finden sich häufig:
- Indigene Artefakte und Keramik
- Handgeflochtene Körbe und Teppiche
- Regionale Blumen und Landschaften des Südwestens
- Texturierte, Alltagsgegenstände
Durch eine sorgfältige, aufmerksame Pinselführung versucht sie, eine tiefe Wertschätzung für die von ihr gemalten Dinge zu vermitteln. Oft integriert sie geliebte Stücke und Orte unmittelbar in ihre Kompositionen und verwandeln so ein Stillleben in eine Studie über Geschichte und Handwerkskunst. Ihre Gemälde wurden im Buch Fresh Flowers: The Best of Flower Painting veröffentlicht und sind zudem auf Grußkarten zu Ehren der Arthritis Foundation of Southern Arizona abgebildet.
Vermächtnis und Anerkennung
Rose Ann Day ist ein geschätztes Mitglied der Western Academy of Women Artists. Ihre Werke befinden sich in verschiedenen Sammlungen, darunter im Tucson Museum of Art, wo ihr 1995 geschaffenes Werk Beyond Tradition Teil der ständigen Sammlung ist. Sie nimmt weiterhin jährlich an der West Art Show in Tucson, Arizona, teil. Ihr Schaffen findet sich in permanenten Museums-, Unternehmens- und Privatsammlungen auf der ganzen Welt wieder – ein Spiegelbild eines Lebens, das der Aufgabe gewidmet war, den visuellen Reichtum des amerikanischen Südwestens auf Leinen zu übertragen.