Ein Hort nordischer Traditionen
Das Musée des Beaux-Arts de Dunkerque nimmt eine bedeutende Stellung in der Region Nord-Pas-de-Calais ein. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1838 zurück, ausgelöst durch eine Reihe von Stadtschenkungen, die bereits 1829 ihren Anfang nahmen. Die Institution wurde schließlich 1841 offiziell ins Leben gerufen. Nach der Zerstörung des ursprünglichen Gebäudes wurde das Museum neu errichtet und von Jean Chatelain eingeweiht. Heute wird die Sammlung von der Stadt Dunkerque verwaltet. Seit April 2015 ist das Museum für die Öffentlichkeit geschlossen, im Zuge einer städtischen Initiative zur Konsolidierung der Bestände mit dem Musée portuaire im Citadelle-Viertel. Während dieser Zeit werden die Schätze im Rahmen der Initiative Destination Musée an verschiedenen externen Standorten präsentiert.
Die ständige Sammlung
Die Bestände spiegeln eine beeindruckende Vielfalt an Epochen und Kunstströmungen wider, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert reichen. Die Sammlung zeichnet sich durch ihren Schwerpunkt auf flämischen, niederländischen, französischen und italienischen Gemälden aus. Ein erheblicher Teil dieser Werke stammt ursprünglich aus der Abtei Saint-Winoc in Bergues. Jenseits der Leinwand bewahrt die Institution zudem eine umfangreiche Sammlung der Naturgeschichte mit über 10.000 Exponaten sowie eine Vielzahl an archäologischen und ethnographischen Objekten. Zu diesen Kostbarkeiten gehört auch eine seltene Mumie aus Antinoë, die mit Blattgold überzogen ist.
- Niederländische und flämische Meister des 17. Jahrhunderts
- Fauvistische Werke, darunter Stücke von Henri Matisse
- Impressionistische und pointillistische Gemälde
- Archäologische Artefakte und ethnographische Objekte aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien
- Naturhistorische Exponate
Künstlerische Schwerpunkte und Sujets
Die Gemälde innerhalb der Sammlung offenbaren eine enorme Bandbreite an Technik und künstlerischer Intention. Die Werke von Henri Le Sidaner bestechen durch ihre atmosphärische Tiefe, die oft mit den Nuancen des Impressionismus assoziiert wird. Die Sammlung umfasst zudem bedeutende Zeugnisse barocker Intensität, wie etwa die Arbeiten von Hyacinthe Rigaud und Jan Steen. Das Experimentieren mit der Farbgewalt des Fauvismus bildet dabei einen modernen Kontrast zu den älteren akademischen Traditionen. Die Bestände des Museums zeichnen sich letztlich dadurch aus, dass sie die maritime Geschichte von Dunkerque mit den umfassenderen künstlerischen Entwicklungen Europas verweben.
