Ein Leben im Dienste der Krone
Geboren in Itzehoe am 1. Dezember 1655, trat Bendix Grodtschilling Der Jüngere in eine Welt ein, in der die Kunst oft ein Familienhandwerk war. Als Sohn des Malers Bendix Grodtschilling des Älteren wurde sein Lebensweg maßgeblich von den Erwartungen seiner Abstammung und der Notwendigkeit des handwerklichen Geschicks geprägt. Seine frühen Jahre verbrachte er auf Reisen durch Frankreich und Italien, wo er versuchte, seine Ausbildung zu verfeinern. Diese Wanderungen legten das technische Fundament, das ihn um das Jahr 1670 schließlich zurück nach Dänemark führen sollte. Seine frühe Karriere war von einer Zeit des stillen Ringens geprägt; er war ein Künstler mit bescheidenem Output, der in der wettbewerbsintensiven Welt der Porträtmalerei während seiner prägenden Jahre nur wenig Erfolg fand.
Der Wendepunkt für Grodtschilling kam durch die Verbindungen seines Vaters. Bereits im Jahr 1672 fertigte er Arbeiten für das Schloss Rosenborg an und erhielt für seine Lieferungen eine Vergütung von drei Skilling. Diese beständige Verbindung zum dänischen Hof sollte sein Berufsleben definieren. Im Jahr 1690 wurde er zum offiziellen königlichen Hofmaler ernannt – eine Position, die ein jährliches Gehalt von 100 Kronen vorsah. Als sein Vater im selben Jahr verstarb, trat Grodtschilling mehr als nur ein Erbe an; er übernahm auch die Rolle des Verwalters und sicherte so das Ansehen der Familie innerhalb der königlichen Administration.
Die königliche Hand und das optische Auge
Das Werk von Grodtschilling spiegelt die formalen Anforderungen der dänischen Monarchie wider. Ihm oblag die Aufgabe, die Ähnlichkeit und die Autorität der herrschenden Klasse einzufangen. Sein Portfolio umfasst ein Porträt von Grodtschilling dem Älteren, das sich heute im Schloss Rosenborg befindet, sowie eine Darstellung von Christian V. von Dänemark zu Pferd auf dem alten Schloss Kopenhagen. Diese Werke waren weit mehr als bloße Abbilder; sie waren wesentliche Bestandteile der visuellen Sprache des Hofes.
Über das klassische Porträt hinaus beschäftigte er sich mit komplexeren visuellen Arrangements. Er schuf ein „optisches Werk“, das die Könige des Hauses Oldenburg darstellte, wobei Christian V. im Zentrum positioniert war. Sein Einfluss erstreckte sich bis in das eigentliche Gefüge des Palastes, da er Entwürfe für die Tapeten des Schlosses Rosenborg anfertigte. Sein technisches Spektrum war breit genug, um dekoratives Design neben der formellen Malerei zu meistern. Bis 1704 war sein administrativer und sozialer Status weiter gefestigt, als er zum Assessor am herzoglichen Hof ernannt wurde.
Die letzten Jahre und das Vermächtnis
Das letzte Kapitel seines Lebens verbrachte er in Kopenhagen, wo er am 10. März 1707 verstarb. Er wurde in der Trinitatiskirche beigesetzt und hinterließ eine Familie, die die künstlerische Tradition fortsetzte. Seine Ehefrau, Anne Cathrine Eiler Daughter Sander, überlebte ihn um fast ein Jahrzehnt und verstarb 1716. Der Einfluss des Malers beschränkte sich nicht nur auf sein eigenes Schaffen; auch sein Sohn, Bendix Grodtschilling der Jüngste, schlug eine Karriere als Maler ein und stellte so sicher, dass der Familienname noch eine weitere Generation lang mit diesem Handwerk verbunden blieb.
Fragen & Antworten
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