Ein Leben im Dienste der Kunst
Ernst Stöhr war ein vielschichtiger österreichischer Maler, Grafiker, Schriftsteller und Amateurmusiker. Geboren in Sankt Pölten, offenbarte er schon früh eine besondere Begabung für die Malerei, die Poesie und die Musik. Seine formale künstlerische Ausbildung begann im Jahr 1877 an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst, bevor er an die Akademie der bildenden Künste wechselte, um bei Carl Rudolf Huber und August Eisenmenger zu studieren. Getrieben von dem Wunsch, den von seinen Lehrern bevorzugten romantischen Stil zu überwinden, wurde Stöhr schließlich 1897 gemeinsam mit siebzehn anderen Künstlern zu einem Gründungsmitglied der Wiener Secession. Als regelmäßiger Mitwirkender prägte er zudem die Ver Sacrum, die offizielle Publikation der Gruppe, maßgeblich mit.
Sein schöpferisches Wirken erstreckte sich über verschiedenste Medien und Rollen hinweg. So entwarf er etwa die Fassade des Stöhr-Hauses in Sankt Pölten und experimentierte später, nachdem er eine eigene Druckpresse erworben hatte, intensiv mit verschiedenen Drucktechniken. Im Jahr 1902 verfasste er das Vorwort für den Katalog der Beethovenausstellung. In seinen späteren Werken spiegelt sich oft eine tiefe Melancholie wider, die sich in der Auseinandersetzung mit Themen wie dem Tod und hoffnungslosen Situationen manifestiert.
Persönliche Geschichte und Vermächtnis
Im Jahr 1898 heiratete Stöhr Friederike und eröffnete ein Atelier in Bohinj, Slowenien. Während seiner künstlerischen Laufbahn widmete er sich zudem der Erforschung neuer Druckverfahren durch den Erwerb einer eigenen Druckpresse und wurde als Gastmitglied des Hagenbund einberufen. Seine Beiträge zur Wiener Secession waren von großer Bedeutung, was sich unter anderem in seinem Vorwort für die Beethoven-Ausstellung von 1902 und seinem maßgeblichen Beitrag zur zwölften Ausgabe der Ver Sacrum zeigt.
Die letzten Jahre seines Lebens waren von tiefem persönlichem Verlust und Depressionen geprägt, ausgelöst durch den Tod seines Onkels, seiner Mutter und seines Vaters. Als der Erste Weltkrieg das Kriegsgebiet von Bohinj erreichte, begannen seine Gemälde, eine wachsende Verzweiflung widerzuspiegeln, die sich häufig in der Darstellung hoffnungsloser Lagen und der Endlichkeit des Lebens äußerte. Nach einem Krankenhausaufenthalt in Tulln an der Donau kehrte er nach Sankt Pölten zurück, wo er in seinem Elternhaus sein Leben beendete.
Fragen & Antworten
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Die Zeitstrahl der Kunstwerke-Seite des Künstlers präsentiert die Werke von Ernst Stöhr chronologisch nach Jahren geordnet.
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Woher kommt Ernst Stöhr?
Ernst Stöhr wurde in Österreich geboren.