Atelier — Weltweiter Versand inklusive — Lieferzeit 2–6 Wochen

      Hans Schroedter

      1872 - 1957

      Frühes Leben, Familie und künstlerische Ausbildung

      Hans Schroedter erblickte am 17. Juli 1872 in Karlsruhe, Deutschland, das Licht der Welt. Er wurde in eine Abstammung hineingeboren, die maßgeblich durch den Pinsel und die Leinwand definiert wurde. Sein Großvater, der Maler Adolf Schroedter, knüpfte eine direkte Verbindung zu einer Familientradition der visuellen Schöpfung. Diese Linie setzt sich durch seine Verwandten fort; er ist der Neffe des Berliner Historienmalers Anton von Werner und der Urneff eines Malers wie Carl Friedrich Lessing.

      Die Ausbildung beginnt in vollem Umfang an der Karlsruher Akademie. Zwischen 1891 und 1898 navigiert Schroedter durch das rigorose akademische Umfeld dieser Institution. Er studiert unter der Anleitung mehrerer bedeutender Persönlichkeiten, darunter Carlos Grethe, Hans Thoma und Graf Leopold von Kalckreuth. Diese Jahre der formalen Unterweisung bilden das technische Fundament für seine späteren Erkundungen in der Landschaftsmalerei und der Grafik.

      Reisen und künstlerische Schaffensphasen

      Die späten 1890er Jahre ziehen ihn unaufhaltsam in die großen europäischen Zentren. Im Jahr 1899 reist er nach Paris, um die besondere Atmosphäre dieser Stadt in sich aufzusaugen, bevor er sich den deutschen Kunstzentren zuwendet. Bis zum Jahr 1900 hat er sich in München niedergelassen, wo er vier Jahre lang verweilt. Diese prägende Epoche ist stark von der Landschaftsmalerei geprägt – ein Streben, das einen wesentlichen Teil seines frühen künstlerischen Schaffens definiert.

      Die Landschaft der Baar wird zu einer ständigen Begleiterin in seinem Leben. Seine Sommer verbringt er in Wolterdingen, wo er in der kargen und doch erhabenen Szenerie der Region tiefe Inspiration findet. Diese tiefe Verbundenheit mit dem Land gewinnt über die Jahrzehnte hinweg stetig an Intensität. Nach seinem Dienst an der Westfront zieht er im Jahr 1919 nach Hausen vor Wald. Dort bleibt er bis zu seinem Tod im Jahr 1957, wobei er unermüdlich in seinem eigenen Haus und seinem Atelier arbeitet.

      Seine künstlerischen Verbindungen erstrecken sich zudem bis in die Küstenregionen. Als Gründungsmitglied der Duhner/Altenwalder Malerkolonie trägt er maßgeblich zur lebendigen Kunstszene der Umgebung von Cuxhaven bei. Sein Lebensweg spiegelt dabei ein ständiges Pendeln wider: zwischen der urbanen Intensität Münchens und der stillen, rauen Natur des Schwarzwalds und der Baar.

      Künstlerischer Stil und berufliche Rollen

      Schroedter bewegt sich als vielseitiger Schöpfer durch die visuelle Landschaft und wechselt dabei geschickt zwischen der feinen Präzision eines Grafikers und den ausladenden Pinselstrichen eines Malers. Sein Werk setzt sich intensiv mit dem impressionistischen Stil auseinander, indem es Licht und Atmosphäre einfängt, während es gleichzeitig eine moderne, modernistische Sensibilität widerspiegelt. Er fühlt sich gleichermaßen in der akribischen Welt der Radierung wie in der Kunst der Lithografie wohl, wobei er zahlreiche Entwürfe für den Künstlerbund Karlsruhe schuf. Diese technische Bandbreite erstreckt sich auch auf sein Schaffen als Illustrator, in dem er komplexe Erzählungen sowohl für Kinderbücher als auch für sakrale Literatur in eine visuelle Form übersetzt.

      Der Rhythmus seines Berufslebens erfährt während des Ersten Weltkriegs einen schroffen, erschütternden Wandel. Während seines Dienstes an der Westfront fungiert er als Kriegskorrespondent mit einem Bleistift. Diese Zeit verlangt nach einer ganz anderen Art von Unmittelbarkeit; er tauscht das Atelier gegen die Frontlinie ein und nutzt die Zeichnung, um die ungeschönte Realität des Konflikts zu dokumentieren. Dies stellt eine radikale Abkehr von seinen früheren Auseinandersetzungen mit Landschaft und Porträt dar, bleibt jedoch ein wesentlicher Bestandteil seiner Identität als visueller Beobachter.

      Sein schöpferisches Schaffen beschränkt sich dabei weder auf ein einzelnes Medium noch auf ein festes Sujet. Er navigiert zwischen der monumentalen Größe religiöser Dekorationen und der intimen Detailtiefe von Stillleben und Blumenbildern. Ob er nun mit Öl auf Karton arbeitet oder die scharfen Linien eines Drucks nutzt – seine künstlerische Praxis bleibt stets in einem beständigen Dialog zwischen der beobachteten Welt und der Hand des Künstlers verwurzelt.

      Große Aufträge und bemerkenswerte Werke

      Schroedters künstlerische Handschrift wandelt sich von der Intimität hin zum Monumentalen und hinterlässt dabei bleibende Spuren in sakralen Räumen ebenso wie im öffentlichen Raum. Im Jahr 1910 schuf er die Stationen des Kreuzwegs für den Dom St. Blasien. Dieses religiöse Engagement setzte sich 1911 fort, als er Gemälde für die evangelische Christuskirche in Pforzheim-Brötzingen anfertigte. Diese Werke festigten seinen Ruf innerhalb der kirchlichen Kunstlandschaft der Region nachhaltig.

      Mit dem Fortschreiten der Jahrzehnte verschob sich der Fokus seines Schaffens hin zum Weltlichen und Dekorativen. Im Jahr 1926 widmete er sich dem Linier „Hamburg“, wo er die Dekoration für eine Suite für Kinder mit Märchenmotiven entwarf. Dieses Projekt unterstreicht eine Vielseitigkeit, die von feierlichen Kircheninterieurs bis hin zum flüchtigen, modernen Luxus der Seefahrt reicht.

      Mitte der 1940er Jahre gewannen seine Arbeiten eine schwere, monumentale Qualität. Im Jahr 1943 signierte er ein großformatiges Ölgemälde auf Karton mit dem Titel „Die Holzsäger“. Dieses Werk, das auch als „Waldarbeiter“ bekannt ist, stellt einen bedeutenden Moment in seinem Spätwerk dar und bleibt ein zentrales Forschungsgegenstand für die Auseinandersetzung mit den ästhetischen Strömungen jener Ära.

      • Die Holzsäger (1943)
      • Stationen des Kreuzwegs (1910)

      Auszeichnungen und späte Jahre

      Die letzten Lebensjahre von Schroedter waren tief in Hausen vor Wald verwurzelt. Dort errichtete er sowohl sein Wohnhaus als auch sein Atelier und schuf sich so ein beständiges Zentrum für sein schöpferisches Wirken. Sein künstlerischer Fokus blieb dabei unerschütterlich auf der Landschaft, dem Porträt und der Genremalerei gerichtet, ergänzt durch seine Tätigkeit als Illustrator für sakrale Literatur und Kinderbücher. Die kargen, erhabenen Landschaften der Baar und des Schwarzwaldes dienten ihm dabei auch in dieser Phase weiterhin als primäres Sujet für seine Leinwände.

      Im Jahr 1952 wurde er mit dem Hans-Thoma-Preis ausgezeichnet. Diese Würdigung fiel in eine Zeit, in der seine Bedeutung in der Region bereits fest etabliert war. Er verweilte in Hausen vor Wald, bis er am 8. Dezember 1957 verstarb.

      Wo man seine Werke heute bewundern kann

      Das physische Vermächtnis von Hans Schroedter ist über mehrere bedeutende Institutionen in Deutschland und Österreich verteilt. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe bewahrt seine Werke in ihren geschätzten Sammlungen auf. In Hüfingen wiederum bewahrt das Stadtmuseum Hüfingen einen wesentlichen Teil seines künstlerischen Erbes und beherbergt neben mehreren seiner Arbeiten auch die Überreste seines kreativen Schaffens.

      Seine künstlerische Präsenz erstreckt sich zudem auf internationale Sammlungen. Das Belvedere Museum Wien führt seine Werke in seinem Bestand, was sein Schaffen in einen breiteren europäischen Kontext einordnet. In den Niederlanden hat das Museum Arnhem sein Gemälde „Die Holzsäger“ bereits zur Schau gestellt.

      Fragen & Antworten

      Aus welcher Epoche stammte Hans Schroedter?

      Hans Schroedter war in der Epoche der Moderne tätig. Diese Periode ordnet das künstlerische Schaffen historisch ein.

      Woher kommt Hans Schroedter?

      Hans Schroedter wurde in Deutschland geboren.

      Wo sind die Kunstwerke von Hans Schroedter nach Technik gruppiert zu finden?

      Die Werke von Hans Schroedter können auf der Nach Medien sortiert-Seite des Künstlers nach Medium durchsucht werden.

      Wo lassen sich die Kunstwerke von Hans Schroedter nach Farben sortiert entdecken?

      Die Werke von Hans Schroedter können auf der Farbindex-Seite des Künstlers nach Farben sortiert erkundet werden.

      A little quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      In welcher Stadt wurde Hans Schroedter geboren?
      Frage 2:
      Welcher Künstler war einer der Lehrer von Hans Schroedter an der Karlsruher Akademie?
      Frage 3:
      In welchem Jahr wurde das Gemälde „Selbstbildnis“ in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe katalogisiert?
      Frage 4:
      Welchen Preis erhielt Hans Schroedter im Jahr 1952?
      Frage 5:
      Hans Schroedter war der Enkel des Malers?