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      Herbert Aulich

      1927 - 2020

      Frühes Leben und künstlerische Ausbildung

      Herbert Aulich wurde am 12. Januar 1927 in Wüstendorf im Kreis Breslau geboren. Seine frühen Jahre waren von den tiefgreifenden Erschütterungen des Krieges geprägt, die seinen Lebensweg unterbrachen und seinen formellen Einstieg in die Kunst verzögerten. Erst im Jahr 1949, nach der Vertreibung aus Schlesien, war es ihm schließlich möglich, sein professionelles Studium aufzunehmen. Er schrieb sich an der Werkkunstschule Hannover ein, wo er die folgenden vier Jahre damit verbringen sollte, seine technischen Fertigkeiten zu perfektionieren.

      Während seiner Zeit an der Werkkunstschule Hannover von 1950 bis 1954 suchte Aulich den Rat etablierter Persönlichkeiten und nahm Unterricht bei Carl Buchheister und Erich Wegner. Diese Studienphase vermittelte ihm eine tiefe, fundierte Ausbildung in der Mechanik des Designs und der visuellen Komposition. Sein Training war rigoros und gründlich und formte jene technische Präzision, die sein späteres Berufsleben definieren sollte.

      Diese solide Ausbildung ermöglichte es ihm, eine Stelle als Grafiker und Designer im Landesmuseum für Naturkunde in Hannover zu finden. Obwohl diese Tätigkeit für eine stetige Beschäftigung sorgte, stellte sie gleichzeitig eine Phase bedeutender Entwicklung für seine technischen Fähigkeiten dar. Die für die Museumsarbeit erforderliche Disziplin half dabei, seine Fähigkeiten zu festigen, bevor er sich schließlich in Richtung eines persönlicheren, abstrakten Ausdrucks bewegte.

      Evolution von Technik und Stil

      Aulichs künstlerischer Weg war geprägt von einer stetigen Abkehr von der erkennbaren Welt. Im Jahr 1956 schuf er sein erstes abstraktes Gemälde, was einen deutlichen Bruch mit den eher traditionellen Formen seiner frühen Ausbildung darstellte. In dieser Zeit neigten seine Arbeiten zum Informellen, charakterisiert durch eine gewisse Wildheit in der Komposition. Mit der Zeit begann sich diese Energie zu ordnen. Er fing an, geometrische Figuren in seine Kompositionen zu integrieren – eine Wandlung, die seinem zuvor ungezügelten Pinselstrich ein Gefühl von Ordnung verlieh.

      Bis zum Beginn der 1960er Jahre war sein Interesse an der informellen Richtung weitgehend verflogen. Er bewegte sich hin zu einem Fokus auf geometrische, asymmetrische Umrissformen. In dieser Phase wurde die individuelle Bewegung des Pinsels weniger wichtig als das Gewicht der Farbe selbst. Er nutzte flache, farbverlaufene Flächen, um den Raum innerhalb des Rahmens zu definieren und zu füllen, wobei er oft die Ränder der Komposition direkt mit der physischen Begrenzung des Werkes interagieren ließ.

      Diese Entwicklung hin zur Struktur erreichte 1966 einen neuen Meilenstein, als er begann, seine ersten konstruktivistischen Werke zu schaffen. In seinen späteren Jahren experimentierte er mit verschiedenen Medien und Schichten. Er begann, Fotografien in seinen Prozess einzubinden, indem er sie in gezeichnete Strukturen webte, die sich manchmal wieder einem Gefühl des Realismus näherten. Diese Schichtung ermöglichte es ihm, die Präzision einer Fotografie mit der bewussten, konstruierten Natur seines sich entwickelnden Stils zu verschmelzen.

      Lehre und professionelle Laufbahn

      Das Berufsleben von Herbert Aulich war tief in der Bildungslandschaft Hannovers verwurzelt. Zwischen 1960 und 1961 bekleidete er eine Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Hannover, wo sein Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Grafik und der Illustration lag. Diese Phase der pädagogischen Tätigkeit fiel in eine Zeit, in der er gleichzeitig seine eigene visuelle Sprache stetig verfeinerte. Über den akademischen Rahmen hinaus widmete er sich etwa 20 Jahre lang als Dozent an der Volkshochschule Hannover und teilte sein fundiertes Wissen mit einem breiteren Kreis von Lernenden.

      Sein Engagement innerhalb der professionellen Kunstgemeinschaft war dabei sowohl beständig als auch von großer Bedeutung. Im Jahr 1958 trat er der Künstlergilde bei – eine Verbindung, die sein langjähriges Engagement für seine Fachkollegen und die regionale Kunstszene unterstrich. Seine Führungsqualitäten fanden zudem in seiner Rolle als ehemaliger Leiter der Gruppe Bildende Kunst des Landesverbandes Niedersachsen Anerkennung. Darüber hinaus leistete er einen wertvollen Beitrag zur administrativen Seite der Kunstwelt, indem er als Vorstandsmitglied der Stiftung Ostdeutsche Galerie in Regensburg tätig war.

      Hauptwerke und Sammlungen

      Das Vermächtnis von Herbert Aulich ist in mehreren bedeutenden Institutionen bewahrt und spiegelt die weitreichende Kraft seiner visuellen Sprache wider. Das Städel Museum in Frankfurt beherbergt zwei seiner Werke, darunter das 1965 entstandene Ölgemälde auf Masonit mit dem Titel Blau zu Unbunt im unregelmäßigen Achteck. Ein weiteres bedeutendes Werk in der Sammlung des Städel Museums ist das 1969 geschaffene Stück Relief-Flächenspannung, das aus Pappe und Hartfaserplatten gefertigt wurde. Diese Arbeiten verkörpern jene stille, geometrische Präzision, die einen Großteil seines späteren Schaffens prägte.

      Über diese spezifischen Bestände hinaus ist seine Präsenz in verschiedenen öffentlichen Räumen und Galerien spürbar. Seine Werke wurden von zahlreichen Museen und öffentlichen Institutionen erworben, wodurch sich sein Einfluss über Grenzen hinweg bis hin zu Sammlungen in Frankreich erstreckt. Diese weitverbreitete Akquise unterstreicht das anhaltende Interesse an seinem Umgang mit Form und Farbe. Seine Kunst bleibt ein fester Bestandteil des permanenten Gefüges mehrerer kultureller Depots und stellt sicher, dass seine Beiträge zur modernen Abstraktion auch weiterhin studiert und betrachtet werden.

      Fragen & Antworten

      Kann ich die Werke von Herbert Aulich nach Stimmung durchsuchen?

      Auf der Stimmungswelten-Seite des Künstlers finden Sie die Kunstwerke von Herbert Aulich, sortiert nach ihrer Atmosphäre.

      In welche Zeitperioden lässt sich die Karriere von Herbert Aulich unterteilen?

      Eine chronologische Übersicht des Werks von Herbert Aulich ist auf der Werdegang-Seite des Künstlers verfügbar, wo die Kunstwerke kapitelweise in ihrer Entstehungsreihenfolge präsentiert werden.

      Wo lassen sich die Kunstwerke von Herbert Aulich nach Farben sortiert entdecken?

      Die Werke von Herbert Aulich können auf der Farbindex-Seite des Künstlers nach Farben sortiert erkundet werden.

      Wo lassen sich die nach Themen sortierten Kunstwerke von Herbert Aulich entdecken?

      Die Seite Themenübersicht ordnet die Kunstwerke von Herbert Aulich nach Themen an.

      Ein kleines Quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      In welchem Jahr schuf Herbert Aulich sein erstes abstrakte Gemälde?
      Frage 2:
      Wo wurde Herbert Aulich geboren?
      Frage 3:
      Welches Museum führt Werke von Herbert Aulich in seiner Sammlung?
      Frage 4:
      Was war Herbert Aulichs Beruf neben der Malerei?
      Frage 5:
      In welchem Jahr wurde Herbert Aulich mit dem Rosenthal-Studiopreis ausgezeichnet?