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      Herbert Ploberger

      1902 - 1977

      Die vielseitige Karriere von Herbert Ploberger

      Geboren 1902 in Wels, Österreich, führte Herbert Ploberger ein Leben, das von einer rastlosen kreativen Energie geprägt war, die sich weigerte, in nur einer Bahn zu verharren. Er war ein Mann der vielen Rollen, der sich fließend zwischen den Welten der schönen Künste und dem praktischen Design bewegte. Seine Karriere, die von 1920 bis zu seinem Tod in München im Jahr 1977 reichte, war durch die Fähigkeit gekennzeichnet, die Kluft zwischen der Leinwand und der Bühne zu überbrücken. Er malte nicht einfach nur; er erschuf ganze Umgebungen und wirkte als Maler, Kostümbildner, Bühnenbildner, Szenograf und Theaterdesigner.

      Diese Vielseitigkeit ermöglichte es ihm, in vielen verschiedenen Medien Spuren zu hinterlassen. In einem Moment mochte er sich auf die stille Ruhe eines Gemäldes konzentrieren, um im nächsten die visuelle Identität einer Theaterproduktion oder eines Films zu formen. Sein Werk existierte in der Spannung zwischen bildender und angewandter Kunst, eine Dualität, die seinen kreativen Output ständig in Evolution hielt. Er zog durch bedeutende Kulturzentren wie Berlin, Linz, Wien, Hamburg und München und brachte seinen unverwechselbaren Blick in verschiedenste Disziplinen ein.

      Über die Jahrzehnte seines Wirkens blieb Ploberger eine Gestalt von beachtlicher Breite. Er fühlte sich in der für das angewandte Design erforderlichen Präzision ebenso wohl wie bei den expressiven Bedürfnissen eines Malers. Dieses breit gefächerte Berufsleben bedeutete, dass sein Einfluss sowohl in den stillen Räumen der Galerien als auch in den grandiosen, öffentlichen Spektakeln der Bühne und des Films spürbar war.

      Hauptwerke und bedeutende Gemälde

      Plobergers frühe Gemälde offenbaren einen Mann, der sich zutiefst für die stillen Details der physischen Welt interessierte. Um das Jahr 1926 schuf er ein Stillleben, das dazu beitrug, seine Präsenz als Maler zu etablieren. Diese Lebensphase war geprägt von einer Konzentration auf die Texturen und Formen, die man in Alltagsgegenständen findet – eine Fertigkeit, die er später auf die größeren Maßstäbe des Bühnen- und Kostümdesigns übertragen sollte.

      Eines seiner markantesten und ungewöhnlichsten Werke ist das Selbstbildnis mit ophthalmologischen Objekten, das zwischen 1928 und 1930 entstand. In diesem Werk präsentiert er sich in einer hochgradig stilisierten Weise als Augenarzt. Er wird in einem reinweißen medizinischen Laborkittel und mit einer Brille mit dünnem Gestell dargestellt, eingefangen mitten in der genauen Untersuchung seines eigenen Auges. Es ist ein kurioser, intimer Blick darauf, wie er seine eigene Identität durch die Linse seines Berufs und seiner Kunst betrachtete.

      Seine Fähigkeit, Objekte innerhalb eines Raumes zu arrangieren, setzte sich in seinen späteren Werken aus den 1930er Jahren fort. In Stillleben Interieur, gemalt um 1930, untersuchte er die Anordnung des häuslichen Lebens. Ein weiteres ähnliches Werk aus dieser Zeit, das Stillleben-Interieur, fängt eine ganz spezifische Tischszene ein. Es zeigt eine Vase mit roten Tulpen, einen Teller mit Orangen und eine Kerze, alles vor dem Hintergrund eines Stuhls, auf dem eine Weinflasche und eine Zitrone stehen, während ein blauer Vorhang der Komposition eine besondere Tiefe verleiht.

      Arbeit in Film und Theater

      Jenseits der Leinwand erwies sich Herbert Ploberger als ein Mann der Bühne und des Films, der es verstand, die visuelle Atmosphäre zahlreicher Produktionen maßgeblich zu prägen. Als Kostüm- und Bühnenbildner fand er eine Ausdrucksform, die es ihm ermöglichte, sein feines Gespür für Details in die physischen Räume des Theaters, des Films und des Fernsehens zu übertragen. Seine Gabe, durch Stoffe und Szenenbilder ganze Welten zu erschaffen, erlaubte es ihm, sich fließend zwischen der Welt der bildenden Kunst und den praktischen Anforderungen der darstellenden Künste zu bewegen.

      Seine Filmografie spiegelt eine Karriere wider, die von der stetigen Mitgestaltung der sich wandelnden Landschaften des deutschen und österreichischen Kinos geprägt war. In der Mitte der 1930er Jahre brachte er sein Talent in Filme wie Savoy Hotel 217 im Jahr 1936 und Condottieri im Jahr 1937 ein. Mit dem Fortschreiten der Jahre dehnte sich sein Einfluss bis in die 1940er Jahre aus, was unter anderem durch seine Arbeit an Kora Terry im Jahr 1940 deutlich wurde. Diesen professionellen Weg setzte er auch in der Nachkriegszeit fort, indem er seine Expertise in Produktionen wie The Other Life (1948) und Dear Friend (1949) einbrachte. Selbst als die Jahrzehnte verstrichen, blieb seine Handschrift in Werken wie Hula-Hopp, Conny aus dem Jahr 1959 spürbar.

      • Savoy Hotel 217 (1936)
      • Condottieri (1937)
      • Kora Terry (1940)
      • The Other Life (1948)
      • Dear Friend (1949)
      • Hula-Hopp, Conny (1959)

      Wo man seine Werke heute bewundern kann

      Die physischen Spuren der Karriere von Herbert Ploberger zu finden, gleicht einer Reise durch das Herz Europas. Da so viele seiner Gemälde während der schweren Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs verloren gingen, sind die verbliebenen Stücke kostbare Fragmente eines größeren, längst verschwundenen Gesamtwerks. Heute sind diese überlebenden Arbeiten in mehreren bedeutenden Sammlungen in ganz Österreich und Deutschland untergebracht, die es uns ermöglichen, die Handschrift eines Künstlers zu sehen, der sich so mühelos zwischen der Leinwand und der Bühne bewegte.

      In Österreich ist sein Wirken in mehreren Regionalmuseen spürbar. Sowohl das Nordico Museum in Linz als auch das Museum der Siegel und Stempel in Wels bewahren seine Werke auf und halten damit seinen Beitrag zur visuellen Geschichte des Landes lebendig. Diese Institutionen bieten eine Möglichkeit, sich mit seinem ganz eigenen Stil zu verbinden, der einst die kreativen Zentren von Wien, Linz und München durchströmte. Seine Kunst bleibt in diesen Räumen Teil des öffentlichen Erbes, bewahrt für all jene, die seinen Übergang vom Maler zum Designer studieren möchten.

      Jenseits der österreichischen Grenzen lässt sich sein Schaffen in München entdecken. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und der Kunstbau bewahren Stücke, die seinen Platz in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Ob in der Stille einer Museumsgalerie oder in einer spezialisierten Sammlung – diese Orte bieten den direktesten Weg, um den tatsächlichen Texturen und Farben seiner überlieferten Gemälde unmittelbar zu begegnen.

      Fragen & Antworten

      Kann ich die Werke von Herbert Ploberger nach Kunstrichtung durchsuchen?

      Die Stilrichtungen, in denen Herbert Ploberger tätig war, finden Sie auf der Alle Stilrichtungen-Seite des Künstlers, auf der die Kunstwerke nach Stilrichtung gruppiert sind.

      Unter welchen Pseudonymen oder Alternativnamen ist Herbert Ploberger bekannt?

      Herbert Ploberger ist auch unter den Namen Herbert Wels Ploberger bekannt.

      Kann ich die Werke von Herbert Ploberger nach Schlagworten durchsuchen?

      Um Werke von Herbert Ploberger zu einem bestimmten Thema zu finden, nutzen Sie die Nach Schlagworten-Seite des Künstlers, auf der die Kunstwerke nach Schlagworten gruppiert sind.

      Gibt es eine Übersicht über alle Motive, die Herbert Ploberger gemalt hat?

      Der Themenübersicht von Herbert Ploberger bietet eine Übersicht der Kunstwerke des Künstlers, sortiert nach ihren Motiven.

      Ein kleines Quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      In welcher Stadt wurde Herbert Ploberger geboren?
      Frage 2:
      Welcher Kunstströmung gilt Herbert Ploberger in Österreich als Vertreter?
      Frage 3:
      Welcher Tätigkeit ging Herbert Ploberger neben der Malerei im Kino nach?
      Frage 4:
      In welchem Jahrzehnt lebte Herbert Ploberger in Berlin?
      Frage 5:
      Welches dieser Werke von Herbert Ploberger ist in unserem Katalog bekannt?