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      Josef Mikl

      1929 - 2008

      Frühes Leben, Familie und Ausbildung

      Wien, 8. August 1929. Josef Mikl tritt in eine Welt, die ihn eines Tages die visuelle Landschaft der Stadt neu definieren lassen wird. Seine formale Ausbildung beginnt an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, wo das Fundament seiner technischen Meisterschaft gelegt wird. Bis 1949 verlagert sich der Fokus hin zur Akademie der bildenden Künste in Wien. Dort verweilt er sieben Jahre lang und navigiert durch das rigorose akademische Umfeld, bis er es im Jahr 1956 abschließt.

      Innerhalb der Akademie tritt Josef Mikl in die Meisterklasse von Josef Dobrovský ein. Diese Zeit intensiven Studiums prägt sein frühes Verständnis von Form und Komposition. Er durchläuft diese prägenden Jahre gemeinsam mit einer Generation von Künstlern, die bald die österreichische Avantgarde neu gestalten sollten. Seine Ausbildung ist dabei weit mehr als nur eine bloße Aneinanderreihung von Unterrichtsstunden; sie ist ein tiefes Eintauchen in die technischen Anforderungen seines Handwerks.

      Abseits des Ateliers findet sein Privatleben in der Ehe mit Brigitte Bruckner Beständigkeit. Gemeinsam bilden sie eine Familie, der auch ihre Tochter Anna Mikl angehört. Diese privaten Bindungen bilden die stille Kulisse für ein Leben, das zunehmend durch öffentlichen künstlerischen Beitrag und akademischen Einfluss definiert wird.

      Stil und Technik

      Mikl bewegt sich in der spannungsvollen Zwischenwelt zwischen Abstraktion und dem Greifbaren. Obwohl er oft als Vertreter des Informel und der Moderne klassifiziert wird, lehnte er solche Etikettierungen zeitlebens ab, da er sie als Beleidigung für die fließende Natur seines Schaffensprozesses empfand. Sein Werk oszilliert stetig zwischen dem Strukturierten und dem Spontanen. In seinen frühen Jahren experimentierte er mit den stereometrischen Formen des Kubismus und schuf Kompositionen, die das Spannungsfeld zwischen der menschlichen Anatomie und einer maschinenartigen Präzision widerspiegelten. Diese architektonische Starrheit löste sich im Laufe der Zeit in einen freieren, abstrakten Naturalismus auf. Er praktizierte den abstrakten Realismus – eine Methode, die die menschliche Figur als zentrales, erdendes Motiv beibehielt, selbst als die Formen bereits begannen, in Richtung des Informellen zu driften.

      Das Medium wandelt sich dabei stets im Einklang mit der Größe seiner Vision. Während er Öl, Pastell und Aquarell nutzt, um feinste Nuancen einzufangen, reicht seine künstlerische Reichweite weit über die Leinwand hinaus. Sein Schaffen umfasst Skulptur und Zeichnung, die oft als Fundament für großformatige architektonische Interventionen dienen. Er übersetzt seine visuelle Sprache in monumentale Formate, darunter Wandbilder, Fresken und Deckenmalereien. Seine Fähigkeit, seinen Stil an spezifische Umgebungen anzupassen, zeigt sich eindrucksvoll in seinen religiösen und bürgerlichen Werken, wie etwa den Kirchenfenstern, die er für die Friedenskirche in Hiroshima, Japan, entwarf.

      Beruflicher Werdegang und Lehrtätigkeit

      Die Kunstszene der Mitte des Jahrhunderts in Österreich befindet sich im Wandel, während Mikl zunehmend in einflussreiche Kreise vordringt. Im Jahr 1951 schließt er sich der Sektion Österreich des Internationalen Kunstclubs an. Bis 1956 wandelt sich die künstlerische Landschaft erneut, als er die Gruppe der Galerie St. Stephan mitbegründet. Diese Ära markiert den entscheidenden Übergang vom Studenten zu einer zentralen Gestalt der Wiener Avantgarde. Die Dynamik seiner Karriere baut sich stetig auf und erreicht einen Höhepunkt im Jahr 1968, als er Österreich auf der 34. Biennale in Venedig repräsentiert.

      Das akademische Leben entwickelt sich zu einer festen Konstante in seinem professionellen Schaffen. Im Jahr 1969 übernimmt er eine Professur für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sein Einfluss im Hörsaal vertieft sich in den Jahren von 1972 bis 1997, in denen er die Meisterklasse für Naturstudien leitet. Während dieser Jahrzehnte reicht seine pädagogische Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus, da er zwischen 1983 und 1990 an der Sommerakademie in Salzburg lehrt.

      Großaufträge und öffentliche Werke

      Der verheerende Brand von 1992, der den Redoutensaal in der Wiener Hofburg verwüstete, machte eine vollständige Neugestaltung dieses historischen Raumes unumgänglich. In den Jahren zwischen 1994 und 1997 stellte sich Josef Mikl der gewaltigen Aufgabe, diesen Saal zu renovieren. Seine künstlerische Vision transformierte das Interieur durch eindrucksvolle Deckenmalereien und Fresken, die den Raum in ein neues Licht tauchten. In diesen Entwürfen nutzte er leuchtende Rot- und Gelbtöne, um bedeutende Themen und Gestalten der österreichischen Literatur auf eindrucksvolle Weise zum Leben zu erwecken.

      Doch sein künstlerisches Wirken beschränkte sich keineswegs nur auf die prunkvollen Säle Wiens; seine Schöpferkraft erstreckte sich weit in sakrale und internationale Räume hinein. Bereits im Jahr 1960 entwarf er die Kirchenfenster für die Friedenskirche in Hiroshima, Japan, und setzte damit ein Zeichen der Hoffnung in einem globalen Kontext. Später, in den Jahren 1975 bis 1976, widmete er sich der monumentalen Wandmalerei und schuf ein großformatiges Werk für die Kapelle des Bildungshauses St. Virgil in Salzburg, das die spirituelle Tiefe seines Schaffens eindrucksvoll unterstreicht.

      Auszeichnungen und Anerkennung

      Die Anerkennung von Mikls bedeutendem Beitrag zur österreichischen Kultur begann bereits in jungen Jahren. Im Jahr 1955 wurde er von der Stadt Wien mit einer Auszeichnung geehrt. Diese frühe Bestätigung seines Schaffens wandelte sich in immer spezifischere Ehrungen, als sich seine Präsenz in der Wiener Kunstszene festigte. Bis zum Jahr 1973 wurde er mit dem Stadtpreis der Stadt Wien für Bildende Kunst, Malerei und Grafik ausgezeichnet.

      Sein Einfluss weitete sich über die lokale Ebene hinaus bis in die höchsten Kreise staatlicher Anerkennung aus. Im Jahr 1990 wurde er mit dem Österreichischen Bundesverdienstpreis für Wissenschaft und Kunst geehrt. Diese Phase markierte den Übergang von einem anerkannten Maler hin zu einer Persönlichkeit von nationaler Bedeutung. Den Höhepunkt seines öffentlichen Ansehens erreichte er im Jahr 2004, einem Jahr, in dem ihm sowohl das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich als auch der Ehrenring der Stadt Wien verliehen wurden.

      Späte Jahre und Tod

      Das letzte Kapitel im Leben von Josef Mikl entfaltete sich in Wien, der Stadt seiner Geburt und seinem lebenslangen kreativen Lebensmittelpunkt. Selbst als seine physische Präsenz allmählich schwand, blieb sein künstlerischer Einfluss fest in der österreichischen Kunstszene verankert. Er kämpfte gegen den Krebs – ein Kampf, der ihn schließlich am 29. März 2008 ereilte. Er war 78 Jahre alt.

      Mikl behielt die volle Kontrolle über seine Angelegenheiten bis zum bitteren Ende bei. Dem Wunsch des Künstlers entsprechend, wurde sein Tod erst am darauffolgenden Tag an die Öffentlichkeit gegeben. Seine Beisetzung fand am 3. April 2008 statt. Er hinterlässt seine Ehefrau Brigitte Bruckner und seine Tochter Anna Mikl.

      Fragen & Antworten

      Gibt es eine Zeitachse der Werke von Josef Mikl?

      Die Zeitstrahl der Kunstwerke-Seite des Künstlers präsentiert die Werke von Josef Mikl chronologisch nach Jahren geordnet.

      Gibt es eine Übersicht über alle Motive, die Josef Mikl gemalt hat?

      Die Seite Themenübersicht ordnet die Kunstwerke von Josef Mikl nach Themen an.

      Wie finde ich alle Werke von Josef Mikl nach einem bestimmten Medium sortiert?

      Auf der Seite Nach Medien sortiert werden die Kunstwerke von Josef Mikl nach Technik gruppiert.

      Kann ich die Werke von Josef Mikl nach Farbpalette durchsuchen?

      Auf der Seite Nach Farbpaletten werden die Kunstwerke von Josef Mikl nach ihren Farbpaletten gruppiert.

      Ein kleines Quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      In welcher Stadt wurde Josef Mikl geboren?
      Frage 2:
      Welchen berühmten Saal in der Wiener Hofburg renovierte Mikl nach einem Brand im Jahr 1992?
      Frage 3:
      In welchem Jahr vertrat Mikl Österreich auf der 34. Biennale in Venedig?
      Frage 4:
      Welche Künstlergruppe gründete Mikl 1956 mit?
      Frage 5:
      Was war Josef Mikls Beruf laut Text?