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      Karl Plattner

      1919 - 1986

      Frühes Leben, Familie und Ausbildung

      Karl Plattner kam am 13. Februar 1919 in Mals zur Welt. Als jüngstes von zehn Kindern wurde er in eine große Familie hineingeboren, in der die Mittel oft knapp waren. Als er erst vier Jahre alt war, verstarb sein Vater, sodass seine Mutter die Kinder unter sehr bescheidenen Bedingungen allein aufziehen musste. Schon als kleiner Junge war der Drang zum Schöpferischen spürbar; er verbrachte seine Zeit oft damit, Zeichnungen für seine Klassenkameraden anzufertigen.

      Sein Weg in ein künstlerisches Berufsleben begann mit handwerklicher Arbeit. Nach Abschluss der Schulpflicht begann er eine Lehre als Maler. Diese Ausbildung begann in seiner Heimatstadt Mals und wurde später in Brixen fortgesetzt. Diese frühen Jahre der manuellen Arbeit legten das Fundament für sein technisches Verständnis des Handwerks, bevor er sich dem formelleren akademischen Studium zuwandte.

      Mit zunehmender Reife suchte Karl Plattner eine tiefergehende Ausbildung in den großen Kunstzentren Europas. Er reiste nach Italien, wo er an der Akademie in Florenz als außerordentlicher Gasthörer studierte. An diese Lernphase schlossen sich weitere Studien an der Brera-Akademie in Mailand an. Diese prägenden Ausbildungsjahre, die ihn von der praktischen Realität einer Malerwerkstatt in die rigorose Atmosphäre der Akademien führten, formten die Hand und die Vision, die er sein ganzes Leben lang begleiten sollten.

      Leben und Wirken in Frankreich und Brasilien

      Im Jahr 1950 zog Plattner nach Frankreich, ein Übergang, der sowohl berufliches Wachstum als auch persönlichen Wandel mit sich brachte. Während er in Paris lebte, besuchte er die Académie de la Grande Chaumière und studierte an der Privatschule von André Lhote. Es war in dieser Zeit in Frankreich, dass er Marie Josephe Texier kennenlernte, die seine Ehefrau werden sollte.

      Getrieben von dem gemeinsamen Wunsch, Europa zu verlassen, reisten Plattner und seine Frau nach Brasilien. Sie lebten dort in zwei aufeinanderfolgenden Zeiträumen: von 1952 bis 1954 und erneut von 1956 bis 1958. Sein Aufenthalt in Südamerika ermöglichte es ihm, eine Verbindung zu einer neuen Landschaft und einem neuen Publikum aufzubauen, was zu Ausstellungen in Rio de Janeiro und São Paulo führte. Während seiner Zeit in Brasilien nahm er zudem einen bedeutenden Auftrag an, ein Wandgemälde für die Zeitung Folha da Manha zu malen.

      Mäzene, Werkstatt und Aufträge

      Das Berufsleben von Plattner war tief in den öffentlichen Räumen seiner Heimat verwurzelt. Seine frühen Schaffensjahre waren geprägt von bedeutenden Aufgaben in Südtirol, wo er die Entwürfe für die Fresken der Denkmäler für die Gefallenen in Mals und Naturns schuf. Das Werk in Mals nahm einen besonderen Platz in seinem Herzen ein, da er es als das erste Werk seiner Karriere betrachtete, das wahrhaftig eine bleibende Spur hinterlassen hatte. Im Gegensatz dazu stieß das Projekt in Naturn auf eine schwierige Resonanz seitens des lokalen Klerus und erlitt durch Vandalismus Schäden, obwohl es Jahre später seine Würde schließlich wiedererlangte.

      Seine Fähigkeit, groß angelegte öffentliche Projekte zu bewältigen, führte zu weiterer Anerkennung innerhalb der Region. Er gewann einen Wettbewerb zur Gestaltung der Hauptwand des Sitzungssaals im Gebäude des Südtiroler Landesrates, wobei er sich auf Motive aus der lokalen Landschaft sowie auf die wirtschaftlichen und kulturellen Aktivitäten der Provinz konzentrierte. Diese Aufträge stellten seine Fähigkeit unter Beweis, komplexe regionale Identitäten in großformatige visuelle Formen zu übersetzen.

      Ein bedeutender Wendepunkt trat im Jahr 1956 ein, als er Clemens Holzmeister kennenlernte. Diese Verbindung öffnete Türen zu prestigeträchtigen architektonischen Kooperationen. Durch diese Verbindung trug Plattner zum Salzburger Festspielhaus bei, für das er sowohl ein Tafelbild als auch ein Paneel schuf. Diese Projekte zeigten seine Vielseitigkeit in der Bewegung zwischen den feinen Anforderungen der schönen Kunst und den funktionalen Ansprüchen des architektonischen Designs.

      Hauptwerke und künstlerische Philosophie

      Für Plattner war der Akt des Malens weniger die starre Ausführung eines vorgefassten Plans als vielmehr ein fortwährender Prozess der Entdeckung. Er verstand seine kreative Methode als eine organische Vereinigung von Elementen, in der ein einzelner Farbtupfer allmählich zu einer definierten Form erwachsen konnte. Oft sprach er davon, dass seine Werke wie ein Alphabet wachsen würden, in dem sich einzelne Buchstaben zu Wörtern zusammensetzen. Auf diese Weise offenbarte sich ihm das eigentliche Sujet eines Bildes häufig erst während des Entstehungsprozesses, hervorgegangen aus dem Zusammenspiel von physischem Schaffen und dem tiefen Einfluss des Unterbewusstseins.

      Sein Schaffen erstreckte sich über verschiedenste Themen und Schauplätze, von religiösen Auftragsarbeiten bis hin zu eher zeitgenössischen Motiven. So schuf er etwa eine Pietà für die Kirche in Völs (Alsack), ein Werk, das ein ganz besonderes Maß an Sensibilität erforderte. Zu seinen weiteren bedeutenden Werken zählen:

      • Nächtliches Zwiegespräch (1965)
      • Vietnam (1967)
      • Fra due finestre (1971)

      Diese Arbeiten spiegeln ein Leben wider, das von der Bewegung zwischen unterschiedlichen Kulturen und Landschaften geprägt war – von den Tälern Südtirols bis hin zu den Metropolen Brasiliens und Frankreichs. Seine Gabe, innerhalb der spontanen Bewegung der Farbe eine Form zu finden, ermöglichte es ihm, diese vielfältigen Erfahrungen in eine ganz persönliche visuelle Sprache zu übersetzen.

      Späte Jahre und Tod

      In seinen späteren Jahren war das Leben von Karl Plattner von einer ständigen Bewegung zwischen den vielfältigen Landschaften Europas geprägt. Er verbrachte fünfzehn Jahre in Mailand, eine Zeitspanne, die ein bedeutendes Kapitel in seiner Biografie markierte. Sein Wohnsitz war dabei nie an einen einzigen Ort gebunden; so verbrachte er auch kostbare Zeit in Paris und Burgusio. Schließlich fand er in Cipières an der Côte d'Azur eine Heimat, während er im Laufe seines Lebens immer wieder zwischen diesen unterschiedlichen Schauplätzen hin- und herwechselte.

      Die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit seiner Umgebung blieb ein beständiger Begleiter durch sein gesamtes Dasein. Am 8. Dezember 1986 verstarb er in Mailand, im Alter von 67 Jahren. Sein Lebensweg hatte eine beeindruckende Reise durch viele verschiedene Länder und Kulturen hinterlassen – von seinen frühen Jahren in Italien über seine Zeit in Frankreich und Brasilien bis hin zur Rückkehr in die europäischen Metropolen, in denen er einen so großen Teil seines schöpferischen Lebens verbracht hatte.

      Fragen & Antworten

      Kann ich die Werke von Karl Plattner nach Farbpalette durchsuchen?

      Auf der Nach Farbpaletten-Seite von Karl Plattner können die Werke nach Farbpaletten durchsucht werden.

      Wo lassen sich die Kunstwerke von Karl Plattner nach Farben sortiert entdecken?

      Die Werke von Karl Plattner können auf der Farbindex-Seite des Künstlers nach Farben sortiert erkundet werden.

      Gibt es eine Übersicht über alle Motive, die Karl Plattner gemalt hat?

      Die Werke von Karl Plattner können auf der Themenübersicht-Seite des Künstlers nach Themen erkundet werden.

      Wo kann ich alle Kunstwerke von Karl Plattner entdecken?

      Alle Werke von Karl Plattner auf diese Webseite können auf der Alle Kunstwerke-Seite des Künstlers durchstöbert werden.

      Ein kleines Quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      Wo wurde Karl Plattner geboren?
      Frage 2:
      In welchem Land lebte Plattner zwischen 1952 und 1954?
      Frage 3:
      An welcher Privatschule eines Künstlers besuchte Plattner in Paris?
      Frage 4:
      Was war Plattners erste berufliche Ausbildung vor dem Kunststudium?
      Frage 5:
      In welcher Stadt starb Karl Plattner 1986?