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      Lotte Laserstein

      1898 - 1993

      Auf einen Blick

      • Art period: Moderne
      • Top-ranked work: In the Gasthaus (In the Bar)
      • Born: 1898, Pasłęk, Polen
      • Museums on this site: Städel Museum
      • Also known as: Lotte Meta Ida Laserstein
      • Nationality: Polen

      Ein Leben zwischen den Grenzen

      Lotte Laserstein wurde 1898 in Preußisch Holland, im Deutschen Kaiserreich, geboren. Ihre frühen Jahre waren geprägt von einem Elternhaus, in dem ihr Vater als Apotheker tätig war und ihre Mutter Klavierunterricht gab sowie Porzellan bemalte. Nachdem ihr Vater verstarb, als sie erst vier Jahre alt war, zog die Familie nach Danzig und später 1912 nach Berlin. In Berlin begann sie ihre formale Ausbildung an einer von ihrer Tante geführten Schule und trat schließlich in die Preußische Akademie der Künste ein. Dort studierte sie von 1919 bis 1925 und wurde unter Erich Wolfsfeld zu einer herausragenden Schülerin.

      Die Berliner Jahre waren sowohl von beruflichem Aufstieg als auch von persönlicher Not geprägt. Während der Zeit der Hyperinflation nahm sie Illustrationen für Anatomielehrbücher an, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Frau in der Weimarer Republik fand sie ihren Platz in einer sich wandelnden sozialen Landschaft und porträtierte oft die „Neue Frau“ mit Bubikopf und maskulinen Stilen. Doch der Aufstieg des Nationalsozialismus veränderte alles. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde ihr Atelier 1935 zur Schließung gezwungen, und es wurde für sie zunehmend unmöglich, Kunstmaterialien zu finden oder ihre Werke auszustellen. 1937 verließ sie Deutschland und ging nach Schweden.

      Dieser Umzug teilte ihr Leben in zwei völlig unterschiedliche Kapitel. In Schweden ließ sie sich an Orten wie Stockholm, Öland und schließlich Kalmar nieder. Obwohl der Verlust ihres Berliner sozialen Kreises tiefgreifend war, fand sie weiterhin Arbeit als Porträtistin und Landschaftsmalerin. Sie durchlebte die schweren Jahre des Krieges und verlor 1943 ihre Mutter im Konzentrationslager Ravensbrück. Den Rest ihres Lebens blieb sie in Schweden und verstarb 1993 in Kalmar.

      Der Pinsel und das Motiv

      Ihr Malstil vollzog während ihrer Zeit in Berlin einen spürbaren Wandel. In den späten 1920er Jahren zeichneten sich ihre Arbeiten oft durch starke Konturen und flächige Oberflächen aus. Bis 1930 war ihr Pinselstrich lockerer und luftiger geworden. Sie wählte häufig weibliche Modelle, darunter ihre lebenslange Freundin Traute Rose, um verschiedene Aschpekte weiblicher Identität und Präsenz zu erforschen. Ihre Sujets reichten von den modischen Frauen der Berliner Cafés bis hin zu stilleren, intimen Porträts.

      Zu ihren bekanntesten Werken aus ihrer deutschen Zeit gehören:

      • Die Tennisspielerin (1929)
      • Im Gasthaus (1928)
      • Abend über Potsdam (1930), ein großformatiges Gemälde von Freunden auf einer Terrasse.
      • Selbstporträt mit einer Katze (1928)

      In Schweden weitete sich ihr Fokus aus und umfasste neben ihren Auftragsporträts nun auch vermehrt Landschaften und Stillleben. Ihr Spätwerk spiegelte die Erfahrung des Exils wider, indem es die Texturen ihrer neuen Umgebung in den schwedischen Provinzen einfing. Sie war Mitglied der Schwedischen Akademie der Künste und produzierte weiterhin ein enormes Werk, dessen Gesamtumfang auf etwa 10.000 Stücke geschätzt wird.

      Anerkennung und Wiederentdeckung

      Viele Jahre lang war Lasersteins Name außerhalb bestimmter Kreise nicht weit bekannt. Ihr Ansehen in der Berliner Kunstszene war nach ihrer Emigration verblasst. Erst in den späten 1980er Jahren begann ihr Werk, von einem breiteren Publikum wiederentdeckt zu werden. Dieser Aufschwung brachte ihre Gemälde zurück ins Licht internationaler Galerien und Museen.

      Ihre Beiträge zur Neuen Sachlichkeit und zum deutschen Naturalismus werden in Sammlungen wie der folgenden anerkannt:

      • Moderna Museet, Stockholm
      • Neue Nationalgalerie, Berlin
      • National Museum of Women in the Arts, Washington, D.C.
      • Städel Museum, Frankfurt
      • Berlinische Galerie, Berlin

      Die Anerkennung ihres Könnens zeigte sich in verschiedenen Auszeichnungen, wie der Verleihung der Ministermedaille des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Erziehung im Jahr 1925 sowie dem Kalmar City Culture Prize im Jahr 1977. Ihre Fähigkeit, das sich wandelnde Gesicht der Frauen im frühen zwanzigsten Jahrhundert zu dokumentieren, bleibt ein zentraler Bestandteil ihres historischen Vermächtnisses.

      Fragen & Antworten

      Woher kommt Lotte Laserstein?

      Lotte Laserstein wurde in Polen geboren.

      Kann ich die Werke von Lotte Laserstein nach Themen durchsuchen?

      Die Werke von Lotte Laserstein können auf der Themenübersicht-Seite des Künstlers nach Themen erkundet werden.

      Wo kann ich das Farbprofil des Gesamtwerks von Lotte Laserstein einsehen?

      Die Verwendung von Farbe in den Werken von Lotte Laserstein, die auf diese Webseite zu finden sind, lässt sich auf der Farbpalette des Künstlers-Seite des Künstlers entdecken.

      Kann ich ein virtuelles Museum mit den Werken von Lotte Laserstein besuchen?

      Ein virtueller Besuch ist möglich: Die Seite Virtuelle 3D-Galerie von Lotte Laserstein präsentiert die Werke des Künstlers in einer dreidimensionalen Galerie.

      Ein kleines Quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      In welcher Stadt eröffnete Lotte Laserstein 1927 ihr erstes Atelier?
      Frage 2:
      Mit dem Verismus welcher Kunstbewegung wurde Lotte Lasersteins Werk während ihrer Zeit in Deutschland in Verbindung gebracht?
      Frage 3:
      In welches Land emigrierte Lotte Laserstein im Jahr 1937?
      Frage 4:
      Wie lautete der Titel von Lotte Lasersteins großformatigem Meisterwerk aus dem Jahr 1930?
      Frage 5:
      An welcher renommierten Akademie in Berlin studierte Lotte Laserstein?