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      Willi Oltmanns

      1905 - 1979

      Frühe Jahre, Familie und Ausbildung

      Willi Oltmanns wurde am 29. September 1905 in Bant, nahe Wilhelmshaven, geboren. Seine frühen Lebensjahre waren geprägt von der handwerklichen Praxis und der Bodenständigkeit eines echten Handwerks. Zwischen 1920 und 1923 absolvierte er eine Lehre als Maler, in der er die grundlegenden Mechanismen dieses Berufs erlernte. Diese formative Ausbildungszeit legte das technische Fundament, das sein späteres Schaffen als freier Maler maßgeblich stützen sollte.

      Im Jahr 1924 verlagerte sich sein Lebensweg in Richtung Riesengebirge. In dieser Zeit verbrachte er seine Tage damit, seinem älteren Bruder Olly in dessen Antiquitätenladen unter die Arme zu greifen. Die ständige Nähe zu historischen Objekten und die stille, besonnene Arbeit im Antiquitätenhandel haben seine Wahrnehmung während dieser prägenden Jahre zweifellos beeinflusst. Er war ein Mann, der durch diese frühen Arbeiten und den stetigen, geduldigen Erwerb handwerklicher Meisterschaft geformt wurde.

      Leben in der Künstlerkolonie Schreiberhau

      Im Jahr 1924 brachte der Umzug in die Künstlerkolonie Mittel-Schreiberhau im Riesengebirge eine spürbare Veränderung des Lebensrhythmus mit sich. In dieser Zeit verbrachte er seine Tage damit, seinem älteren Bruder Olly in dessen Antiquitätenhandlung unter die Arme zu greifen. Diese Phase war geprägt von einer beständigen Präsenz innerhalb der lokalen Kreativszene; er schloss sich der St.-Lukas-Künstlergilde in Oberschreiberhau an und wurde Mitglied des Künstlerbundes Schlesien.

      Die in diesen Jahren geschaffenen Werke fanden ihren Weg in bedeutende, dauerhafte Sammlungen. Museen in Breslau und Görlitz erwarben in dieser Ära Gemälde von ihm, wodurch seine künstlerische Relevanz in der schlesischen Landschaft durch diese Akquisitionen und seine tiefe Verwurzelung in den regionalen Kunstkreisen fest etabliert wurde.

      Studien in Berlin und die Jahre des Krieges

      Die Jahre 1928 und 1929 verbrachte er in Berlin, wo sich sein Fokus hin zu formalen Studien verschob. In diese Zeit fiel auch ein Besuch im Atelier von Max Pechstein, der ihm einen Moment der Verbindung mit der etablierten Kunstszene jener Ära ermöglichte. Doch diese Phase des Lernens wurde durch die politischen Umwälzungen der 1930er Jahre jäh unterbrochen. Bis zum Jahr 1937 verhängten die Nationalsozialisten ein Ausstellungsverbot für seine Werke – eine Entscheidung, die seine öffentliche Präsenz für eine gewisse Zeit effektiv zum Verstummen brachte.

      Die Zäsur der Kriegsjahre brach 1942 an, als er zur Wehrmacht eingezogen wurde. Er wurde in die Sowjetunion geschickt, wo er an verschiedenen Fronten kämpfte. Dieser Konflikt zog sich bis 1947 hin, als er schließlich aus der Gefangenschaft in Belgien zurückkehrte. Der Krieg hatte ihm sein Atelier in Schreiberhau entrissen und zwang ihn dazu, einen neuen Ort zu finden, an dem er sich schließlich niederlassen und seiner Malerei wieder nachgehen konnte.

      Nachkriegszeit und berufliche Verpflichtungen

      Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft in Belgien im Jahr 1947 ließ sich Oltmanns in Delmenhorst nieder. Dieser Ortswechsel war die direkte Folge des Verlusts seines Ateliers in Schreiberhau. Der Übergang markierte ein neues Kapitel der Stabilität in seinem Leben, fernab der tiefgreifenden Erschütterungen des vorangegangenen Jahrzehnts. Er begann, sich in der lokalen Kunstszene zu etablieren, und fand seinen Platz innerhalb der kreativen Kreise der Region.

      Sein Berufsleben wurde zunehmend durch sein Engagement in verschiedenen künstlerischen Organisationen geprägt. Im Jahr 1948 trat er der Künstlergilde e. V. Esslingen bei. Es folgten Mitgliedschaften in der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft sowie in der BBK „Junge Gruppe Oldenburg“. Diese Verbindungen integrierten ihn in ein Netzwerk zeitgenössischer deutscher Maler und verknüpften sein Schaffen mit den umfassenderen Entwicklungen der Nachkriegsära.

      Künstlerischer Stil und Lehrtätigkeit

      Oltmanns lenkte seinen Pinsel auf die stille Anordnung von Stillleben und das sich stetig wandelnde Licht der Landschaften. Sein künstlerischer Ansatz bewegte sich an der Schnittstelle zwischen Expressionismus und Realismus, wobei er die physische Präsenz seiner Motive einfing, ohne dabei das Gewicht ihrer Form zu verlieren. In den Jahren nach dem Krieg gewannen seine Kompositionen einen schwereren, intensiveren Charakter, der einen deutlichen Einfluss durch die Werke von Max Beckmann erkennen lässt. In dieser Zeit widmete er sich zudem über die Leinwand hinaus der „Kunst am Bau“ und trug so zur visuellen Gestaltung der Ära des Wiederaufbaus bei.

      Zwischen 1953 und 1967 gab er sein technisches Wissen als Lehrer an der Volkshochschule Delmenhorst weiter. Diese Phase der Lehrtätigkeit fiel mit seiner regelmäßigen Teilnahme an der Großen Kunstausstellung in München zusammen, die er ab 1951 jedes Jahr besuchte. Sein Atelier, das er selbst errichtete und bis 1978 unterhielt, wurde zu einem zentralen Bestandteil seiner täglichen Praxis und diente als Ort für seine jährlichen Ausstellungen.

      Reisen und Spätwerk

      Die späteren Jahre seines Lebens waren geprägt von einem stetigen Rhythmus der Bewegung durch die europäische Landschaft. Einen großen Teil dieser Zeit verbrachte er auf Reisen und fand sich an Orten wie Davos, dem Genfersee und den Ufern der Ostsee wieder. Diese Reisen waren keine bloßen Kurzbesuche, sondern wiederholte Aufenthalte in Orten wie Stöfs und Waterneverstorf. Er zog durch die malerischen Landschaften von Flandern, der Loire und der Bretagne, oft in Begleitung von Freunden. Selbst im Alter blieb seine künstlerische Präsenz in den Ateliers und Landschaften der Schweiz sowie in den verschiedenen Flusstälern von Rhein, Mosel, Saar und Neckar spürbar.

      Sein Berufsleben blieb durch die jährliche Teilnahme an der Großen Kunstausstellung in München lebendig, eine Tradition, die er ab 1951 pflegte. Er unterhielt ein eigenes, von ihm selbst errichtetes Atelier, in dem er bis 1978 jedes Jahr Ausstellungen abhielt. Im Jahr 1977 hielt er sich auf Ischia auf, wo er eine tiefe Freundschaft mit dem Maler Luigi Coppa pflegte. Diese Ära der Entdeckung und der künstlerischen Präsentation setzte sich fort, bis seine Gesundheit nachließ. Im Mai 1978 erlitt er einen Herzinfarkt. Am 3. Januar 1979 verstarb er in Delmenhorst.

      • Blick auf S. Gaetano – Ischia (1977, Aquarell)
      • Selbstbildnis (1978, Aquarell)

      Wo man seine Werke heute sehen kann

      Seine Gemälde und Skizzen haben ihren Weg in verschiedene Museumssammlungen gefunden. Man kann sein Werk in Görlitz, Breslau und Oldenburg bewundern. Diese Sammlungen beherbergen Stücke, die die stillen Beobachtungen seines Lebens und seiner Reisen widerspiegeln.

      Das Vermächtnis seines Namens lebt durch den Willi-Oltmanns-Preis weiter. Diese Auszeichnung wird alle drei Jahre von der Willi-Oltmanns-Stiftung verliehen. Die sechste Preisverleihung fand im Jahr 2019 statt. Er bleibt ein Weg, um seine Präsenz in der künstlerischen Gemeinschaft lebendig zu halten.

      Fragen & Antworten

      Unter welchen anderen Namen ist Willi Oltmanns bekannt?

      Willi Oltmanns ist auch unter dem Namen Wilhelm Martin Oltmanns bekannt.

      Wie hat sich die Kunst von Willi Oltmanns im Laufe der Zeit entwickelt?

      Eine chronologische Übersicht des Werks von Willi Oltmanns ist auf der Werdegang-Seite des Künstlers verfügbar, wo die Kunstwerke kapitelweise in ihrer Entstehungsreihenfolge präsentiert werden.

      Wo kann ich alle Kunstwerke von Willi Oltmanns entdecken?

      Alle Werke von Willi Oltmanns auf diese Webseite können auf der Alle Kunstwerke-Seite des Künstlers durchstöbert werden.

      Wie viele Kunstwerke von Willi Oltmanns können durchstöbert werden?

      Sie können 1 Kunstwerke Werke von Willi Oltmanns auf der Seite Alle Kunstwerke durchstöbern.

      Ein kleines Quiz

      Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

      Frage 1:
      In welcher deutschen Stadt starb Willi Oltmanns 1979?
      Frage 2:
      Welches Werk eines Künstlers beeinflusste Oltmanns' Werk in der Nachkriegszeit?
      Frage 3:
      In welchen Jahren absolvierte Oltmanns eine Malerlehre?
      Frage 4:
      In welchem Jahr erlitt Oltmanns einen Herzinfarkt?
      Frage 5:
      Wo lebte Oltmanns ab 1930 nach seinem Studium in Berlin?