Die Geschichte und das Erbe des National Trust
Gegründet im Jahr 1895, pflegt der National Trust diesen geschichtsträchtigen Ort in Plymouth im Vereinigten Königreich. Seit fast 300 Jahren ist das Anwesen das Zuhause der Familie Parker. Diese außergewöhnlich lange Ära hat die Kontinuität des Anwesens über mehrere Jahrhunderte hinweg bewahrt und es durch die stetig wechselnden sozialen und architektonischen Vorlieben der Zeit geleitet.
Das Anwesen fungiert heute als lebendiges Labor für die Forschung im Bereich der Konservierung. Aktuelle Bestrebungen konzentrieren sich auf die Wiederherstellung von Lebensräumen, archäologische Untersuchungen und einen nachhaltigen Tourismus. Diese wissenschaftlichen und praktischen Anwendungen sichern den Erhalt der Landschaft und ihrer historischen Schichten. Durch die Integration moderner Technologie, wie etwa der HistoryScapes-App, wird zudem eine Erkundung der Geschichte des Ortes mittels Augmented Reality ermöglicht.
Die Sammlung umfasst mehrere bedeutende Werke, die die Geschichte des Anwesens und seiner Bewohner widerspiegeln. Zu den herausragenden Beispielen zählen:
- John Parker III (1772–1840), 2. Lord Boringdon, später 1. Earl of Morley, als Junge, 1786 – Gilbert Stuart
- The Honourable Theresa Robinson (1744–1775), Mrs Parker, und ihr Sohn John Parker III (1772–1840), später 1. Earl of Morley, 1775 – Sir Joshua Reynolds
Die Architektur von Saltram House
Saltram House ist ein prachtvolles georgianisches Herrenhaus in Plymouth, Vereinigtes Königreich. Das Gebäude stellt ein bedeutendes Beispiel des Designs des 18. Jahrhunderts dar und zeichnet sich durch einen palladianischen Grundriss aus. Dieser architektonische Ansatz betont eine symmetrische Anordnung und klassische Proportionen im gesamten Bauwerk. Das Design schafft ein Gefühl von Ordnung, indem es Licht und Raum nutzt, um die inneren Volumina zu definieren.
Die Innenraumgestaltung stützt sich auf spezifische architektonische Elemente, um ihre raffinierte Atmosphäre zu etablieren. Im Saloon ist der Boden mit einem Teppich von Robert Adam ausgelegt, dessen geometrische Muster sich harmonisch in die Gesamtkomposition des Raumes integrieren. Die Bibliothek beherbergt handbemalte Chinoiserie-Tapeten, die einen detailreichen Kontrast zu den eher formellen strukturellen Linien bilden. Hohe Decken sind oft mit kunstvollen Stuckarbeiten verziert, welche die technische Meisterschaft der Kunsthandwerker jener Epoche widerspiegeln.
Das Haus ist so konzipiert, dass es sowohl die Funktionalität als auch das ästhetische Gleichgewicht maximiert. Große Fenster sind so positioniert, dass sie den Blick auf das umliegende Parkland einrahmen und so die Innenräume mit der äußeren Landschaft verbinden. Die prachtvolle Treppe dient als zentrales Element der Erschließung und führt durch die verschiedenen Ebenen des Anwesens. Diese architektonischen Entscheidungen spiegeln den sich wandelnden Geschmack der Familie Parker wider, die das Anwesen fast vier Jahrhunderte lang bewohnte.
Künstlerische Schätze und Sammlungen
Die im Inneren des Hauses verborgene Sammlung umfasst exquisite Kunstwerke, die mehrere Jahrhunderte umspannen. Diese Meisterwerke verbleiben weitgehend in ihrem ursprünglichen Kontext und werden gemeinsam mit den Möbeln und dekorativen Objekten bewahrt, die sie einst umgaben. Die Zusammenstellung umfasst bedeutende Porträtkunst, insbesondere Werke von Sir Joshua Reynolds und Van Dyck, welche den sich wandelnden Geschmack der Familien widerspiegeln, die hier residierten. Diese Gemälde sind so tief in das architektonische Gefüge der Räume integriert, dass sie maßgeblich zum erhabenen Charakter der Innenräume beitragen.
Das Inventar umfasst verschiedenste Genres, von formellen Porträts bis hin zu Landschaftsmalereien, die die malerische Szenerie Devons einfangen. Die Präsenz dieser Werke ermöglicht eine unmittelbare Beobachtung der künstlerischen Strömungen, welche die Geschichte des Anwesens geprägt haben. Herausragende Beispiele aus der Sammlung sind:
- Admiral Paul Henry Ourry, 1748 - Sir Joshua Reynolds
- Montagu Edmund Parker of Whiteway, 1768 - Sir Joshua Reynolds
- John Parker II, 1771 - Sir Joshua Reynolds
- The Fall of Phaëton, 1777 - George Stubbs
- Admiral Sir Charles Morice Pole, 1786 - Gilbert Stuart
- The Siege of Maastricht, 1673 - Adam Frans van der Meulen
Jenseits der Leinwand offenbart das Haus kunstvolle dekorative Details. Der Saloon besticht durch einen von Robert Adam entworfenen Axminster-Teppich, dessen geometrische Muster und spezifische Farbtöne die architektonische Komposition des Raumes harmonisch ergänzen. In der Bibliothek hingegen bildet die handbemalte Chinoiserie-Tapete einen detailreichen Gegenpol zu der eher formellen Porträtkunst, die in den prachtvolleren Hallen zu finden ist.
Gärten und Parklandschaften
Die Gärten von Saltram zeugen von einer akribischen Pflege, die die jahrhundertelange Entwicklung der Gartenkunst widerspiegelt. Ein zentrales Element dieser Landschaft ist das Orangery aus dem 18. Jahrhundert, das seinen exotischen Pflanzen ein geschütztes Refugium bietet. Dieses Bauwerk fungiert als elegantes Bindeglied zwischen der formellen Architektur des Herrenhauses und dem weitläufigen Anwesen. Abseits dieser gestalteten Areale verbirgt sich ein geheimer Garten, der einen Rückzugsort für stille Kontemplation und einsame Momente der Besinnung schafft.
Die umliegenden Parklandschaften eröffnen weitläufige Räume für vielfältige Erlebnisse. Das Gelände wird regelmäßig von Wanderern und Radfahrern durchstreift, wobei das Anwesen auch für vierbeinige Begleiter offensteht. Diese Landschaft lässt die natürlichen Merkmale des Flusses Plym harmonisch mit den gestalteten Elementen des Anwesens verschmelzen und erschafft so eine kontinuierliche, grüne Weite, die sich vom Haus aus tief in die malerische Landschaft von Devon erstreckt.
