Ursprung und Geschichte der Institution
Die Comédie-Française wurde im Jahr 1680 offiziell von König Ludwig XIV. ins Leben gerufen. Diese bedeutende Institution entstand aus der Verschmelzung zweier bereits etablierter Pariser Theaterensembles: dem Hôtel Guénégaud und dem Hôtel de Bourgogne. In ihrer Gründungsphase besaß die Kompanie das exklusive Privileg, Stücke in französischer Sprache aufzuführen – ein besonderes Vorrecht, das dazu beitrug, die dramatische Kunstproduktion unter königlichem Schutz zu zentralisieren.
Die Geschichte des Ensembles ist von einer bemerkenswerten Kontinuität geprägt. Mit Ausnahme einer einzigen Zäsur zwischen 1792 und 1803 hat das Theater seine Aufführungen ohne nennenswerte Unterbrechung fortgesetzt. Infolge der Umwälzungen der Französischen Revolution wurde das Haus neu organisiert und fand 1803 unter der Autorität Napoleons I. zu neuer Blüte. Diese Phase der Umstrukturierung sicherte das Überleben der Institution bis in die Moderne.
Die Institution folgt einer einzigartigen Organisationsstruktur, die auf einer festen Truppe und dem Prinzip der Alternation basiert. Dieses System stützt ein Repertoire, das sich über mehrere Jahrhunderte der französischen Theaterentwicklung stetig weiterentwickelt hat. Die Kompanie bleibt ein zentraler Pfeiler der Pariser Kulturlandschaft und behauptet ihre Präsenz in der Stadt über verschiedene historische Epochen und architektonische Wandlungen hinweg.
Die Architektur des historischen Spielortes
Die Comédie-Française ist eingebettet in das geschichtsträchtige Ensemble des Palais-Royal in Paris. Ihr heutiger Standort an der Place Colette ist ein Ort von unschätzbarem kulturellem Wert. Im Laufe ihrer bewegten Geschichte hat die Institution jedoch verschiedene Heimstätten gefunden; so war sie beispielsweise von 1689 bis 1770 in der rue de l'ancienne comédie beheimatet.
Die physische Gestalt des Gebäudes hat im Laufe der Zeit tiefgreifende Wandlungen erfahren, die sowohl durch tragische Katastrophen als auch durch den Drang zur Modernisierung vorangetrieben wurden. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1900 wurde das Theater in neuer Pracht wiederaufgebaut. In jüngerer Zeit wurde der Spielort 1994 umfassend renoviert, um 1995 wieder seinen geschätzten Besuchern die Tore zu öffnen.
Die vielfältige Museumssammlung
Die Sammlung bewahrt die materielle Geschichte des französischen Dramas durch eine Vielzahl physischer Artefakte. Originale Bühnenbilder aus verschiedenen Epochen werden zusammen mit Kostümen und Requisiten aufbewahrt, die in den Aufführungen Verwendung fanden. Diese Objekte werden von Skripten und Manuskripten begleitet, welche die Evolution der Theaterproduktion dokumentieren. Zudem pflegt die Institution eine Auswahl an Gemälden und Skulpturen, die ihre lange Geschichte widerspiegeln.
Visuelle Darstellungen der Geschichte des Ensembles finden sich in Porträts von Schauspielern sowie in Werken, die Szenen aus klassischen Theaterstücken abbilden. Dazu gehören auch gewebte Kunstwerke, die dramatische Erzählungen illustrieren. Die Archive enthalten akribische Aufzeichnungen von Regieanweisungen, die in einem Register geführt werden, welches von der Kompanie über Generationen hinweg gepflegt wurde. Einige dieser historischen Stücke, wie etwa der Sessel, den Molière während seiner Aufführung in Le Malade Imaginaire benutzte, werden im Petit Palais in Paris aufbewahrt.
- Molières Theaterstücke
- Historische Bühnenbilder
- Porträts von Schauspielern
- Kostüme
- Requisiten
- Skripte
Meisterwerke der künstlerischen Sammlung
Die Sammlung beherbergt bedeutende Porträts und Skulpturen, die die bewegte Geschichte der französischen Theaterkunst eindrucksvoll dokumentieren. Jean Jacques Caffiéri schuf mehrere Schlüsselwerke, darunter ein Porträt von Molière aus dem Jahr 1787 sowie eine Büste von Jean de Rotrou aus etwa 1783. Diese Kunstwerke dienen als visuelles Zeugnis jener Persönlichkeiten, die das Erbe dieser Institution maßgeblich geprägt haben. In ähnlicher Weise bereicherte Jean Baptiste Ii Lemoyne die Bestände durch bemerkenswerte Stücke, wie etwa die Büste von Mademoiselle Clairon aus dem Jahr 1761 und eine Darstellung von Mademoiselle Dangeville als Thalia um 1771.
Die Ergänzungen der Sammlung aus dem 19. Jahrhundert spiegeln zudem den stetigen Wandel der französischen Kunststile wider. Während Jean-Léon Gérôme um 1859 das Werk Rachel, Tragödie malte, schuf Jean-Baptiste Carpeaux um 1873 das Porträt von Alexande Dumas Fils. Diese Werke bilden, zusammen mit den bereits vorhandenen Skulpturen und Porträts, ein lebendiges Bindeglied zu den theatralischen Traditionen der Vergangenheit.
- Rachel, Tragödie, um 1859 - Jean-Léon Gérôme
- Alexande Dumas Fils, um 1873 - Jean-Baptiste Carpeaux
- Mademoiselle Dangeville als Thalia, um 1771 - Jean Baptiste Ii Lemoyne
- Molière, um 1787 - Jean Jacques Caffiéri
- Büste von Mademoiselle Clairon, um 1761 - Jean Baptiste Ii Lemoyne
- Büste von Jean de Rotrou, um 1783 - Jean Jacques Caffiéri
